Wiener Tierschutzverein kämpft um das Leben eines Schwanenwaisen

Mutter und Geschwisterchen starben vermutlich durch Hundebiss. Appell des WTV: Hunde in der Jungtierzeit unbedingt an die Leine.

Vösendorf (OTS) - Der Wiener Tierschutzverein (WTV) behandelt aktuell einen besonders dramatischen Fall: Am Donnerstagabend machte eine Passantin beim Spazierengehen bei der Panozzalacke im 22. Wiener Gemeindebezirk (Donaustadt) einen traurigen Fund. Sie stieß auf drei Schwäne, darunter ein adultes Tier und zwei Babys. Für das ausgewachsene Tier - vermutlich die Mutter - sowie eines der Kinder kam jede Hilfe zu spät, lediglich ein Jungtier war noch am Leben. Der WTV geht davon aus, dass die beiden Tiere aufgrund ihrer Verletzungen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Hund angefallen wurden.

Das wie durch ein Wunder unverletzte Schwanjunge wurde umgehend in den WTV gebracht und wird nun im WTV-Kleintierhaus betreut. Da das Tier aber nur wenige Tage alt ist, kann leider noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob es überleben wird. Denn Schwäne kümmern sich in freier Wildbahn mehrere Monate um ihre Jungen. Das WTV-Personal kämpft jedenfalls nach Kräften um das Leben des Babys. Derzeit ist es zusammen mit mehreren „Adoptivgeschwistern“, sprich Entenbabys, untergebracht. Läuft alles nach Plan, so wird der Schwan sobald er groß genug ist, zu Artgenossen in ein Freigehege ziehen und auf eine Auswilderung vorbereitet. Es wird allerdings mehrere Monate dauern, bis das Tier tatsächlich in die Freiheit entlassen werden kann.

An Artgenossen mangelt es jedenfalls nicht, denn Schwäne sind leider Dauergäste im Wiener Tierschutzverein. Denn ganz besonders bei Schwänen kommt es auch immer wieder zu schlimmen Verletzungen durch Abfall oder Angelequipment.

Hunde bitte an die Leine

In diesem Zusammenhang appelliert der Wiener Tierschutzverein einmal mehr an die Bevölkerung: Gerade in der Jungtierzeit sollten Hunde beim Spazierengehen immer an die Leine genommen werden. Denn die Erfahrung zeigt, dass nicht angeleinte Hunde, auch wenn Halterin und Halter vom Gehorsam ihres Vierbeiners überzeugt sind, oft nicht mehr zurückgehalten werden können, wenn sie in der Natur auf Wildtiere stoßen. Und ein Jagdinstinkt kann in jedem noch so friedfertigen Hund schlummern. Doch auch Wildtiere haben ein Recht darauf, ihren Nachwuchs in Ruhe großziehen zu dürfen.

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