30 Jahre Wiener Vorlesungen

Wissenschaftsstadtrat Mailath-Pokorny gratuliert zum Jubiläum

Wien (OTS) - Die Wiener Vorlesungen, das Dialogforum der Stadt Wien, erreichen am 6. Mai 2017 nach 1.500 Veranstaltungen mit etwa 5.000 Referentinnen und Referenten ihren 30. Geburtstag.

„Seit 30 Jahren geben die Wiener Vorlesungen Impulse für aktuelle Diskussionen, pointierte Antworten zu Kontroversen, Anstöße für notwendige Auseinandersetzungen. Die Vorlesungen sind ein intellektuelles Impulssystem, das aus der Wiener Öffentlichkeit nicht wegzudenken ist. Die Wiener Vorlesungen waren ein Türöffner für die Entwicklung und Akzentuierung der Wissenschaftsstadt Wien. Wien, das im intellektuellen Bereich vor allem als Kulturstadt gedacht und kontextualisiert wurde, wird als größte Universitätsstadt im deutschsprachigen Raum auch als erfolgreiche Wissenschaftsstadt gedacht. Bildung, die Meinungen und Menschen prägt, motiviert und formt, braucht Zeit. Ich danke Hubert Christian Ehalt für den langen Atem und seine Beständigkeit, die dieses Wiener Wissens- und Bildungsprojekt erfolgreich gemacht haben.“ – so Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

Dieses intellektuelle Projekt Wiens hat das Ende des Ost-West-Konflikts und des „realen Sozialismus“, den europäischen Integrationsprozess und dessen Krise, die neoliberale Wende des Kapitalismus und die Finanzkrise, die Wiederkehr der Religionen und religiös motivierter Gewalt, den dynamischen Aufstieg der digitalen Medien analysiert und diskutiert.

„Die Wiener Vorlesungen stehen für Orientierung und Navigation in oft unüberschaubaren Verhältnissen. Die Welt und ihre Zusammenhänge sind durch erfolgreich voranschreitende Wissenschaften in ihrer Komplexität und oft auch Widersprüchlichkeit durchschaubarer geworden. Die Wiener Vorlesungen bieten in einer oft unübersichtlichen Situation von Fakten und Informationen ein Navigationssystem, das dabei hilft, Dimensionen abzuschätzen, Fragen zu bewerten und Entscheidungen zu treffen. Demokratie ‚erhält dadurch Sauerstoff‘ und wird lebendig.“ – so der Programmgestalter und Koordinator der Wiener Vorlesungen, Hubert Christian Ehalt.

Seit dem Jahr 2011 gibt es die Wiener Vorlesungen auch als Koproduktion mit den Fernsehsendern ORF III und OKTO TV. In diesen sieben Jahren wurden etwa 150 Wiener Vorlesungen als derartige Medienkooperationen produziert. Diese TV-Kooperation und die Platzierung der Wiener Vorlesungen in unterschiedlichen und zunehmend auch digitalen Medien haben das Interesse an der Vortragsreihe ständig stimuliert: die Vorlesungen erstellen Befunde und prägen Meinungen.

Programmiert und gestaltet hat das städtische Wiener Wissenschaftskolleg von Beginn an der Wiener Sozialhistoriker und Kulturanthropologe Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt, zu dessen Team für alle organisatorischen Belange von Anfang an Susanne Strobl gehört.

Positioniert haben sich die Wiener Vorlesungen seit 1987 als Projekt der Aufklärung, einer kritischen Befragung und Hinterfragung der Entwicklungen, Weichenstellungen und Diskurse der jeweiligen Mainstreams. Die Ziele sind Aufklärung, Analyse, Differenzierung und Widerspruch mit dem Anspruch, Impulse für Gestaltung zu geben. Große Analytiker und Interpretatoren des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens haben bei den Wiener Vorlesungen ihre Erkundungen unternommen und ihre Thesen formuliert. Marion Dönhoff, Valie Export, Marie Albu-Jahoda, Verena Kast, Richard Sennett, Michail Gorbatschow, Niklas Luhmann, Jürgen Habermas, Jean Ziegler – um nur einige zu nennen.

Die Wiener Vorlesungen sind ein Projekt der Wissenschaftsstadt Wien und ein Türöffner für das Interesse der Bürgerinnen und Bürger für fundierte Informationen aus Forschungswerkstätten. Sie wirk(t)en erfolgreich gegen eine wissenschafts-, vor allem auch naturwissenschaftsskeptische Haltung und für die Entwicklung eines intellektuellen Klimas in Wien. Ab 2018 werden die Wiener Vorlesungen von Daniel Löcker, Wissenschaftsreferent der Stadt Wien, im Sinne ihres Gründers Hubert Christian Ehalt weitergeführt.

Die Wiener Vorlesungen begehen ihren runden Geburtstag mit zahleichen spannenden Veranstaltungen, u. a.:

„Die Wiederkehr der starken Männer“ – mit Jan-Werner Müller und Paul Lendvai (16.5.)

„Wege und Umwege zum Glück“ – mit Franz Schuh (23.5.)

„Maria Theresia – Zeitgeist, Reformpolitik, Familienleben“ – mit Elfriede Iby, Werner Telesko, Karl Vocelka (29.5.)

„Alltag heute zwischen Individualisierung und Singularisierung“ – mit Thomas Macho, Brigitta Schmidt-Lauber (22.6.)

Den Festvortrag für die Wiener Vorlesungen wird im Oktober Bundespräsident Alexander Van der Bellen halten.

Infos: www.wienervorlesungen.at

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Mag. Alfred Strauch
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