Stadtakademie II: Diskussion „Mit (Mittel)-Maß zur Weltstadt“

Hochkarätige Podiumsdiskussion über die Bedeutung von Leistung und Exzellenz

Wien (OTS) - Auf Einladung der Stadtakademie diskutierte gestern Abend ein hochkarätiges Podium über die Bedeutung von Leistung und Exzellenz unter dem Titel „Mit (Mittel)-Maß zur Weltstadt?“ in den Hofstallungen des Museumsquartiers. Im Vorfeld der Diskussion mit ÖVP Wien-Landesparteiobmann Stadtrat Gernot Blümel, Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Forschungsförderungsgesellschaft, Edwin Scheiber, Direktor der Sir Karl Popper Schule Wien sowie Martin Engelberg, Psychoanalytiker, Consultant und Coach erklärte der Präsident der Stadtakademie, Bezirksvorsteher Markus Figl, dass manche Leistung als etwas sehen, was man erbringt und manche als etwas, was man bekommt. Leistung brauche aber auch Verantwortung und Verantwortung heiße auch Antworten geben, wozu die Stadtakademie mit dieser Diskussion einen Beitrag leisten wolle, so Figl.

Martin Engelberg, Psychoanalytiker, Consultant und Coach, erklärte in seinem Eingangsstatement, dass Wien zwar vom „Economist“ zur Welthauptstadt des letzten Jahrhunderts gekürt worden sei, es aber im Sinne des Liberalismus großer Anstrengungen bedürfe, um Wien wieder dorthin zu bringen. Edwin Scheiber, Direktor der Sir Karl Popper Schule Wien, erklärte zum Thema Leistung: „Leistung heißt bei uns, dass sich die Schüler Ziele setzen lernen und am Ende auch Freude daran haben, ihre Leistung zu genießen. Ziel der Schule ist, dass Kinder Erfolge haben und Erfolge erleben können.“ Dabei gehe es auch sehr viel um Wettbewerbe - ein Bedürfnis, das in den Kindern selbst stecke.

ÖVP Wien-Landesparteiobmann Stadtrat Gernot Blümel übte Kritik daran, dass in der Bildungspolitik seit Jahrzehnten mit einer Unmenge an Schulversuchen gearbeitet werde, aber wesentliche Weiterentwicklungen nie im System ankommen, wie etwa die Innovationen der Sir Karl Popper Schule, die bereits seit 20 Jahren als Schulversuch laufe. „Wenn es die Möglichkeit gibt, Leistung zu fördern, soll man es tun, sonst werden wir nie Exzellenz erlangen“, so Blümel. Allerdings spiele die gesamte Bildungsdebatte nur um das Thema, wie man den Lehrerinnen und Lehrern möglichst viel Verantwortung wegnehmen kann, weil man ihnen nicht glaubt, dass sie das Beste für das Kind wollen. „Das ist ein grundfalscher Zugang. Wenn wir diesen Personen nicht vertrauen, wird es im Bildungsbereich nie besser werden. Wir müssen den Lehrerinnen und Lehrern zugestehen, dass sie die Experten für das Vermitteln von Wissen sind“, so Blümel. Das System des „Schüler Gerber“ in der Bildungsdebatte müsse endlich aufgebrochen werden.

Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Forschungsförderungsgesellschaft, führte aus, dass gerade in der Forschung die Begriffe Leistung und Exzellenz positiv besetzt seien. Allerdings sei es für eine Stadt, die im internationalen Wettbewerb stehe, wichtig nachzudenken, wie man diesen Begriff für sich definiert. Wien könne nicht nur eine Nabelschau betreiben, sondern müsse die richtigen „Ingredienzen“ finden, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Dazu brauche es im Forschungsbereich Talent, Ressourcen als Inputfaktor sowie ein System der Autonomie. „Dann kann Exzellenz entstehen“, so Egerth. Wesentlich hierfür seien an den Universitäten auch das Betreuungsverhältnis sowie die Ressourcen pro Student. Auch müsse es auf den österreichischen Universitäten selbstverständlicher werden, dass man im Forschungsbereich mit der Wirtschaft kooperiere, und Studenten von Beginn an in Projekte einbezogen werden.

Für mehr Steuerfreiheit und Beseitigung von bürokratischen Hemmnissen sprach sich dazu Martin Engelberg aus. „Lasst die Leute atmen, damit sie etwas entwickeln können.“ Dazu müsse man die Menschen aber auch aus ihrer „Komfortzone“ und ihren „geschützten Werkstätten“ rausbringen. Blümel replizierte hierauf, dass es vermutlich besser wäre, die österreichischen Schülerinnen und Schüler würden öfter das „Gleichnis von den anvertrauten Talenten“ hören, als das „Gleichnis von der Speisung der Fünftausend“. (Schluss)

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