Stadtakademie I: Blümel: Leistung impliziert Verantwortung

Podiumsdiskussion „Mit (Mittel)-Maß zur Weltstadt?“ über Bedeutung von Leistung und Exzellenz – Streben nach mehr ist ein menschliches Faktum

Wien (OTS) - Nach der ersten großen Podiumsdiskussion im Rahmen der Stadtakademie zum Thema „Was ist gerecht?“ Anfang des Jahres, beschäftigte sich gestern Abend ein hochkarätiges Podium mit der Bedeutung von Leistung und Exzellenz unter dem Titel „Mit (Mittel)-Maß zur Weltstadt?“. Gemeinsam mit ÖVP Wien-Landesparteiobmann Stadtrat Gernot Blümel diskutierten dazu Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Forschungsförderungsgesellschaft, Edwin Scheiber, Direktor der Sir Karl Popper Schule Wien sowie Martin Engelberg, Psychoanalytiker, Consultant und Coach in den Hofstallungen des Museumsquartiers. „Alles Handeln ist Streben nach Glückseligkeit. Der Mensch ist ein strebendes Wesen. Das Streben nach mehr ist damit etwas zutiefst und typisch Menschliches. Es ist nichts Anerzogenes und nichts, was man unterdrücken sollte oder was prinzipiell falsch sein kann. Es ist ein Faktum“, legte dazu der ÖVP Wien Landesparteiobmann Stadtrat Gernot Blümel in seinem Eingangsstatement zur Herleitung des Leistungsbegriffes dar. Nach dem Philosophen Thomas Hobbes gebe es auch das künstlerische Verlangen nach Selbstübersteigerung, das Heraustreten aus der Endlichkeit hin zu etwas Unendlichem.

Allerdings werde Leistung und Exzellenz in den verschiedensten Bereichen unterschiedlich bewertet – zwischen „amoralisch“ und „unumstritten“. Im Sport sei man sich noch einig, dass etwa beim Skifahren niemand gewinnen solle, der mit der „Medianzeit runterkommt“, so Blümel. Selbiges gelte auch im Bereich der Kunst, in der Medizin, in der Musik, bei Casting Shows oder Dancing Stars. Allerdings in den Bereichen Bildung oder Wirtschaft „scheiden sich die Geister“. Gerade in der Bildungspolitik werde der Leistungsbegriff gesellschaftlich immer mehr verpönt, wenn es etwa um die Abschaffung von Noten oder Leistungsgruppen gehe. „Auch Meisterklassen an den Universitäten gibt es nicht mehr“, so Blümel. Zum Thema Wirtschaftspolitik zitierte Blümel Alfred Gusenbauer, der erklärt hatte: „Wir müssen nachhaltig zu Leistung bereit sein, weil nur damit die Grundlage für Solidarität geschaffen werden kann.“ Und Alfred Gusenbauer weiter: „Ich habe nie verstanden, warum die SPÖ ein verkrampftes Verhältnis zur Leistung hat. Mir ist auch der Wettbewerb wichtig, weil er zu niederen Preisen zu mehr Arbeitsplätzen führt. Deshalb bin ich für eine solidarische Hochleistungsgesellschaft.“ Da müsse man ihm beipflichten, allerdings sei Gusenbauer damit in seiner eigenen Partei auf wenig Verständnis gestoßen.

Damit sei klar, dass auch innerhalb verschiedener Strömungen darüber gestritten werde, ob Exzellenz und Leistungswilligkeit etwas Gutes oder Schlechtes ist, ob es gefördert oder im Zaum gehalten werden solle, so Blümel. Es gehe nicht nur um den Neidreflex von jenen, die im Wettbewerb nicht mithalten können. „Es geht um den Begriff der Verantwortung. Alles was der Mensch tut, tut er in Freiheit und ist damit an Verantwortung gebunden. Damit implizieren besondere Leistungen auch eine besondere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft“, so Blümel. Allerdings haben sich manche Eliten zu wenig Gedanken über ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gemacht – Stichwort Finanzkrise. „Und damit stelle ich für diese Diskussion die provokante These auf, dass die solidarische Hochleistungsgesellschaft von Alfred Gusenbauer ein erstrebenswertes Ziel wäre“, so Blümel. (Forts.)

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