Industrie zu Arbeitsmarkt: Moderne Arbeitswelt braucht zeitgemäße Arbeitszeitregelungen

IV-GS Neumayer: Modernes, zukunftsorientiertes Arbeitszeitrecht für nachhaltigen Aufschwung am Arbeitsmarkt essenziell – Kein Überstundenklau

Wien (OTS) - „Grundsätzlich erfreulich ist, dass die Beschäftigungszahlen, insbesondere in der Altersgruppe der Über-50-Jährigen, erneut steigen und die Arbeitslosigkeit in der Industrie rückläufig ist. Jetzt müssen wir die Chance nützen: Um den Arbeitsmarkt nachhaltig anzukurbeln und die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit zu senken, ist eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit, die sich an der betrieblichen Praxis orientiert, essenziell“, betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der heute, Montag, veröffentlichten Arbeitsmarktdaten. Das EU-Recht ermögliche es und Länder wie Schweden, Norwegen oder Dänemark würden es vorzeigen:
Deutlich mehr Spielraum, vor allem bei der Tagesarbeitszeit, als in Österreich.

„Österreich hat im europäischen Vergleich ein längst nicht mehr zeitgemäßes und restriktives Arbeitszeitrecht, wir sind im 20. Jahrhundert stecken geblieben – und dieses hemmt die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe massiv. Zur Schaffung von Investitions- und Wachstumsimpulsen in Österreich sind praktikable Höchstarbeitszeitgrenzen daher unumgänglich“, so der IV-Generalsekretär, der weiter ausführte: „Es geht um sachorientierte Lösungen für ein Miteinander im Betrieb, ideologische Schreckgespenste helfen hier nicht weiter. Es geht nicht um generelle Arbeitszeitverlängerungen, es geht weder um Lohnraub, noch Überstundenklau, sondern darum, erforderliche Tätigkeiten auch zeitgerecht durchführen zu können. Durch die Möglichkeit von Gleitzeitvereinbarungen bis zu zwölf Stunden auch mit längeren Freizeitblöcken können Jobs gesichert und die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit gefördert werden. Im Ergebnis führt dies zur Stärkung der Beschäftigung, der Wettbewerbsfähigkeit und einem innovativen Arbeits- und Industriestandort“, so Neumayer. Im internationalen Vergleich sei Österreich in den letzten Jahren vom Spitzenplatz mit der geringsten Arbeitslosigkeit immer weiter zurückgerutscht. „Es ist höchst an der Zeit, dieses Warnsignal ernst zu nehmen und mit den richtigen Beschäftigungsanreizen für eine nachhaltige Verbesserung der Situation am Arbeitsmarkt zu sorgen – dazu gehört neben der Modernisierung der Arbeitszeitregelung die konsequente Lohnnebenkostensenkung in Richtung deutsches Niveau. Hier besteht etwa beim Beitrag zum Insolvenzentgeltfonds klares Senkungspotenzial und der Sozialminister ist hier noch säumig“, so der IV-Generalsekretär. „Eine Ausweitung bei der sechsten Urlaubswoche oder andere Arbeitszeitverkürzungen verteuern Arbeit jedoch weiter und gefährden Arbeitsplätze und den Standort insgesamt“, betonte Neumayer abschließend.

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