Tag der Arbeit: AK und WK ziehen in Tirol an einem Strang

Der 1. Mai wird gerne für politisch motivierte Töne genutzt. Die Tiroler Wirtschafts- und Arbeiterkammer hingegen betonen an diesem besonderen Tag die Gemeinsamkeiten.

Innsbruck (OTS) - „Arbeitnehmer und Arbeitgeber sitzen im selben Boot. Um geschäftlichen Erfolg und damit Arbeitsplätze zu sichern, müssen beide kräftig rudern – und zwar in die gleiche Richtung. Viele Unternehmer sind stolz auf ihre Mitarbeiter und viele Mitarbeiter stolz auf ihren Betrieb - daher gehört der Tag der Arbeit Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleichermaßen“, betont WK-Präsident Jürgen Bodenseer. AK-Präsident Erwin Zangerl unterstreicht diesen Willen zur Zusammenarbeit: „Mehr als 300.000 Arbeitnehmer sind in Tirol täglich mit voller Energie im Einsatz, sie halten die Wirtschaft und die Gesellschaft am Laufen.“

Diese starke Achse der Sozialpartner zeigt sich in konkreten Sachthemen. Die Tiroler Sozialpartner haben in den letzten Monaten gemeinsame Vorschläge in den Bereichen leistbares Wohnen, Arbeits- und Lebensraum sowie Beschäftigung an die Landesregierung übergeben. Damit legen sie den Grundstein für fundierte politische Entscheidungen. Die jüngsten Forderungskataloge „Beschäftigung in Tirol“ und „leistbares Wohnen“ enthalten zahlreiche Initiativen für die rasche Integration, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, eine verstärkte Berufsorientierung, die Attraktivierung der Lehrausbildung mit Fokus auf technische Berufe sowie Vorschläge zum leistbaren Wohnen.

Braucht starke Interessenvertretung

Einer Meinung sind AK und WK auch in Bezug auf die laufenden Angriffe der NEOS, die in regelmäßigen Abständen die umfangreichen Leistungen der Kammern für ihre Mitglieder schlechtreden. Zangerl: „Die Kammern sind wesentlicher Bestandteil unserer Republik und wurden schon einmal abgeschafft. Wirtschaft und Arbeitnehmer brauchen eine gesetzliche Interessenvertretung“. Eine starke Interessenvertretung ist nur bei gesetzlicher Mitgliedschaft möglich – sonst verhallen alle Forderungen ungehört", erklärt Bodenseer.

Kritisch sehen beide Interessenvertretungen Tendenzen, Tirol unter eine Käseglocke zu stellen und sich in Fragen des Naturschutzes unreflektiert den Vorgaben der EU zu beugen. Zangerl: „Wir brauchen in Tirol Entwicklungsflächen für Betriebsansiedelungen und für dringend benötigten Wohnraum. „In Tirol stehen bereits 25 Prozent der Fläche unter Schutz. Naturschutz ja – aber mit Augenmaß und selbstbestimmt. Wir brauchen auch noch Flächen zum Arbeiten und Wohnen im Land“, fordert Bodenseer.

EU darf Arbeitsmarkt nicht untergraben

Die aktuelle Entsenderichtlinie der EU verursacht ebenfalls in beiden Kammern Kopfweh. Derzeit müssen bei Entsendungen von Arbeitnehmern nach Österreich zwar Löhne auf heimischem Niveau bezahlt werden, die Lohnnebenkosten richten sich jedoch nach dem Entsendestaat. Speziell in Osteuropa sind diese wesentlich niedriger, was Entsendefirmen einen unfairen Wettbewerbsvorteil bringt. „Die EU soll fairen Wettbewerb schaffen anstatt den Arbeitsmarkt zu untergraben“, fordern beide Präsidenten eine Änderung der Regelung ein.

„Als Interessenvertretungen sind wir naturgemäß nicht immer einer Meinung, weil unsere Herangehensweise ja aus Sicht der jeweiligen Gruppe erfolgt, aber in grundsätzlichen Fragen herrscht Einigkeit“, betonen Zangerl und Bodenseer, „wir brauchen einen starken Standort Tirol, der Platz für unternehmerische Initiativen und damit sichere Arbeitsplätze bietet. Wir brauchen genügend Spielraum und dürfen uns nicht selbst einengen. Tirols Betriebe haben nur Zukunft mit den bestausgebildeten und motivierten heimischen Mitarbeitern, und die Mitarbeiter haben nur Zukunft, wenn Leben, Arbeit und Wohnen in Tirol gesichert sind. Dies lässt sich nur erreichen, wenn Unternehmer und Mitarbeiter zusammenhalten und neben berechtigten Einzelinteressen in grundsätzlichen Fragen das Solidarische schätzen und leben.“

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Peter Sidon, Wirtschaftskammer Tirol, Kommunikation, M peter.sidon@wktirol.at, T 0590905-1468

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