Textilimporte: Abgeordnete drängen auf EU-Regeln gegen die Ausbeutung von Arbeitern

Europaparlament: Arbeitnehmerrechte müssen zwingend beachtet werden!

Wien (OTS) - Zum 4. Mal jährt sich die Tragödie von Rana Plaza in Dhaka, Bangladesch, bei der 1.129 Menschen in einer Textilfabrik ums Leben kamen.

Um Textilarbeiter auf der ganzen Welt, unter ihnen viele junge Frauen und Kinder, vor Ausbeutung durch lange Arbeitszeiten, niedrige Löhnen, Ungewissheit, Gewalt und gefährliche Arbeitsbedingungen zu schützen, fordern die Europaabgeordneten in ihrer heute verabschiedeten Entschließung folgende Maßnahmen:

  • Verbindliche Sorgfaltspflichten: Die EU sollte einen Gesetzesvorschlag für ein verpflichtendes System verbindlicher Sorgfaltspflichten auf Grundlage der OECD-Richtlinien vorlegen, ähnlich wie für die sogenannten „Blutmineralien“, das die gesamte Lieferkette abdeckt;
  • an Bedingungen geknüpfte Handelspräferenzen: Die EU sollte sicherstellen, dass Textil exportierende Länder mit bevorzugtem Zugang zum EU-Markt den Verpflichtungen nachkommen und nachhaltige Textilien produzieren, während sich die Mitgliedstaaten in ihren Beziehungen zu Partnerländern für die Rechte der Arbeitnehmer einsetzen sollten;
  • Gütezeichen für Kleidung: Die “gesellschaftlichen Auswirkungen der Produktion” an der Kleidung sichtbar zu machen kann zur Herbeiführung nachhaltiger Veränderungen beitragen und
  • Vorbilder: die EU- Institutionen sollten in ihrer öffentlichen Beschaffung von Textilien mit gutem Beispiel vorangehen.

Die Abgeordneten weisen in der Entschließung auch darauf hin, dass die praktizierte Ausbeutung auch der EU-Industrie schadet, da sie zu Sozialdumping führt. Sie fordern die Kommission auf, EU-weite Leitlinien zu präsentieren.

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