Bayr, Kucharowits und Muchitsch fordern: „Stopp der Ausbeutung auf den Baustellen Katars – wir wollen keine WM der Schande“

28. April ist Welttag der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Wien (OTS) - Wien (SK) "Auf den Baustellen für die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar 2022 wird aktuell unter katastrophalen Arbeitsbedingungen gearbeitet. Diese haben bereits über 1.200 ArbeiterInnen vorwiegend aus Nepal und Indien das Leben gekostet", kritisiert Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, anlässlich des Welttages für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz am 28. April. Bei extremer Hitze und fehlender Gesundheitsversorgung arbeiten geschätzte 500.000 WanderarbeiterInnen für das Fußball-Großereignis.
"Es ist eine Schande, dass für das Fußball-Ereignis ArbeiterInnen unter sklavenähnlichen Umständen Stadien bauen. Nicht-hygienische Zustände in den Unterkünften, das Arbeiten bei extrem heißen Temperaturen und verzögerte Entlohnung stehen laut öffentlichen Berichten des Internationalen Gewerkschaftsbundes und Amnesty International auf der Tagesordnung“, zeigt sich Katharina Kucharowits, SP-Kinder- und Jugendsprecherin, wütend.

SP-Sozialsprecher und Gewerkschaft Bau-Holz-Vorsitzender Josef Muchitsch weist auf den Einsatz der Gewerkschaftsbewegung in der Frage von Sportgroßveranstaltungen hin: „Österreichische und internationale Gewerkschaften engagieren sich seit Jahren dafür, bessere Arbeitsbedingungen in Katar zu erreichen und die menschenunwürdigen Zustände international bekannt zu machen. Wenn es im Fußball internationale Spielregeln gibt, welche von allen Ländern anerkannt werden, warum gibt es dann nicht auch anerkannte internationale Spielregeln beim Arbeitnehmerschutz? Nur auf jenen Baustellen, auf denen österreichische Firmen, allen voran die Firma Porr, tätig sind, zeigt sich ein anderes Bild. Hier werden österreichische Arbeitnehmerschutz-Standards angewendet und die Arbeiter werden menschenwürdig behandelt. Würden die Arbeitsbedingungen überall in Katar so sein wie bei den österreichischen Firmen, müssten wir in Katar nicht 2.000 tote Bauarbeiter beklagen!“

Vor dem 1. Mai, dem Tag an dem die ArbeitnehmerInnnenrechte gefeiert werden, fordern die Abgeordneten klare Vergaberichtlinien für Sportgroßveranstaltungen die von den Verbänden, in denen Österreich vertreten ist, veranstaltet werden. „Die FIFA, das olympische Komitee und ähnliche Verbände müssen sich dazu bekennen, dass nur mehr Länder einen Zuschlag bekommen, die Mindeststandards an ArbeitnehmerInnenrechten, Umweltauflagen und Medienfreiheit haben und diese auch einhalten“, fordert Kucharowits. Bayr ergänzt:
„Sportgroßveranstaltungen sollen sich in Zukunft an den von der internationalen Staatengemeinschaft im Jahr 2015 verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDGs) orientieren und damit dem Größenwahn in der Sportindustrie eine klare Absage erteilen.“

Facts: 28. April: Workers‘ Memorial Day
Der Workers’ Memorial Day ist ein internationaler Tag des Gedenkens an ArbeiterInnen die aufgrund von Arbeit getötet, verstümmelt beziehungsweise verletzt wurden oder erkrankt sind. Er findet jedes Jahr am 28. April statt.

Um für faire Arbeitsbedingungen bei der WM mobil zu machen haben die Abgeordneten eine Petition gestartet: https://tinyurl.com/m8e967t (Schluss)rm

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