Grüne zu Kollektivverträgen: Arbeitsbewertung endlich reformieren

Aslan: Frauenjobs werden systematisch unterbewertet

Wien (OTS) - „Wir leben in einer Gesellschaft, wo durchschnittliche Frauenlöhne dort aufhören, wo die der Männer erst anfangen. Das dürfen wir einfach nicht mehr hinnehmen“, betont die Grüne Frauensprecherin Berivan Aslan. Einen entsprechenden Antrag zur Aufwertung von Frauenjobs bringt Aslan heute im Parlament ein.

„Jahrzehntelang wurde es verabsäumt, die herrschenden Kollektivverträge von den enthaltenen Diskriminierungen zu befreien. Gerade die Arbeitsbewertungen sind höchst reformbedürftig, aber auch das Zulagensystem, das fast ausschließlich in sogenannten ‚Männerbranchen‘ zum Tragen kommt“, kritisiert Aslan.

Der Gender-Pay-Gap liegt in Österreich immer noch bei 38 Prozent (Vergleich Brutto-Jahresverdienst). Ein Grund dafür ist, dass Frauen in Österreich überdurchschnittlich oft in Niedrig-Lohn-Branchen tätig sind oder in Berufen, die vermeintlich zufällig schlecht bezahlt werden. Dazu zählen neben dem Care-Sektor (also Pflege, Kinderbetreuung, Reinigung) auch sonstige Dienstleistungen (überwiegend am Menschen). „Den enormen Wert dieser Tätigkeiten für die Gesellschaft wird wohl niemand bestreiten, warum werden sie dann aber so schlecht bezahlt?“, fragt Aslan in Richtung der Sozialpartner.

Im Antrag zur „Aufwertung von Frauenjobs in den Kollektivverträgen“ fordert Aslan von der Regierung Maßnahmen ein, um die Arbeitsbewertung in den Kollektivverträgen transparent und diskriminierungsfrei zu gestalten. Derzeit würden vor allem Arbeitserfordernisse von frauenspezifischen Tätigkeiten zu wenig berücksichtigt. „Kommunikative Anforderungen, Koordinationsfähigkeiten, das Tragen von Gegenständen und Personen und der Lärm von Maschinen und Menschen sind Beispiele für Anforderungen bzw. Bedingungen in Jobs, die nicht adäquat berücksichtigt werden“, so Aslan.

Einer Reform des Arbeitsbewertungssystems muss die umfassende Untersuchung der Kollektivverträge vorangehen. „Bereits im Regierungsprogramm 2013 wurden echte Reformen für gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit angekündigt. Geschehen ist bis heute nichts“, so Aslan. „Ich bin schon gespannt, wie die Regierungsparteien den jahrzehntelangen Stillstand beim kommenden Gleichbehandlungsausschuss erklären werden“, so Aslan abschließend.

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