Neues Volksblat: "Optik" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 26. April 2017

Linz (OTS) - Autonomie kommt zwar aus dem Altgriechischen, ist aber ein Schlüsselwort der aktuellen Politik. Denn die Betroffenen wissen meist am besten, wie man das Problem in den Griff bekommt. Die Grenzen der Autonomie werden meist mit der Finanzierung festgelegt. Genau diese soll nun bei den Universitäten neu geregelt werden. Und das ist gut so. Das Drei-Säulen-Modell soll die Transparenz erhöhen und sich am Studienerfolg der Studenten orientieren. Nur zur Klarstellung: Es geht hier um die Finanzierung der Universitäten und nicht der Studenten. Denn die SPÖ hat in einer ersten Reaktion gleich einmal ihre Zustimmung an eine Erhöhung der Stipendien gekoppelt. Mehr Geld für Stipendien mag durchaus sinnvoll sein, aber es sind genau solche Verknüpfungen, die eine gestaltende Politik in einen Kuhhandel-Basar verwandeln. Äpfel und Birnen kann man vielleicht beim Most mischen, ansonsten sollte man sie aber getrennt betrachten. Aber auch die Reaktion der Fachhochschulen lässt befürchten, dass diese Reform noch einige Gesprächsrunden drehen wird. Und man hätte ja auch noch genügend Zeit, da die Regelung eh erst ab 2019 gelten würde. Trotzdem droht man auch dabei in eine schiefe Optik zu kommen. Denn obwohl weder bei der kalten Progression, noch bei der „Aktion 20.000“ ein paar Tage früher oder später eine große Rolle spielen, wird die derzeitige Kompromiss-Suche zur koalitionären Belastungsprobe.

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