Rechtsschutzbilanz AK Kärnten: 26,1 Millionen Euro für Arbeitnehmer erkämpft

AK-Goach: „Ohne Einschreiten der AK wären Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leer ausgegangen!“

Klagenfurt (OTS) - 77.804 Anfragen hat der kostenlose Rechtsschutz der Arbeiterkammer Kärnten 2016 in arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten bearbeitet. Damit konnten im Vorjahr insgesamt 26,1 Millionen Euro für Betroffene erkämpft werden. „Ohne Einschreiten der Rechtsexperten wären die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leer ausgegangen“, verweist AK-Präsident Günther Goach auf die erfolgreiche Bilanz.

Die Abteilung für Arbeits- und Sozialrecht, zu der auch der Insolvenzschutzverband für ArbeitnehmerInnen (ISA) gehört, stand auch voriges Jahr den Beschäftigten mit Rat und Tat zur Seite. 77.804 Mal suchten Betroffene beim Rechtsschutz der AK Hilfe. 51.903 Mal wurden telefonische Auskünfte erteilt, 23.163 Mal fanden persönliche Beratungen statt. 2.738 Anfragen erreichten die AK schriftlich.

Die Fachberatungen und das juristische Einschreiten der AK brachten folgende Ergebnisse: Insgesamt 5.517 Mal hat die Abteilung Sozialpolitik interveniert oder geklagt. Bei den 5.517 Vertretungen konnten insgesamt 26,1 Millionen Euro für Betroffene zurückgeholt werden:

2.456 Interventionen waren notwendig und verhalfen Arbeitnehmern zu insgesamt 1,7 Millionen Euro.

808 Mal musste in arbeitsrechtlichen und 919 Mal in sozialrechtlichen Angelegenheiten der Klagsweg beschritten werden. Für Betroffene konnten somit weitere 7,9 Millionen Euro zurückgebracht werden.

Den größten Posten stellte die Vertretung von 1.334 Personen im Falle einer Insolvenz dar. Hier konnten 16,5 Millionen Euro für Insolvenzopfer erkämpft werden.

Das AK-Service beinhaltet auch die Beratung und Vertretung bei sozialrechtlichen Fragen, wie z.B. bei Arbeitsunfällen, Berufsunfähigkeit, Pflegegeld und bei Pensionsansprüchen. 2016 wurden 919 Fälle am Sozialgericht vertreten. In zirka 40 Prozent der Fälle konnte ein positives Ergebnis erzielt werden. Das bedeutet eine Leistung für die Betroffenen von ca. sechs Millionen Euro. Weiters wurden eine Fülle von Beratungen bei Problemen von „begünstigt Behinderten“ sowie in Altersteilzeit-Angelegenheiten durchgeführt. Allein in Altersteilzeit-Fragen werden pro Jahr im Schnitt 700 bis 800 Personen beraten.

„Seit 1992 gibt es den kostenlosen Rechtsschutz der AK Kärnten. Dieser hat inklusive des Jahres 2016 bereits 310,8 Millionen Euro für die Rechte seiner Mitglieder erstritten“, zieht Susanne Kißlinger, die neue Leiterin der Abteilung für Arbeits- und Sozialrecht in der AK, eine Gesamtbilanz.

„Firmeninsolvenzen machen noch immer den Mammutanteil an der Rechtsschutztätigkeit aus“, erklärt Kißlinger weiter. Der ISA hat sich im Vorjahr mit 370 Firmeninsolvenzen beschäftigt. In 1.334 Fällen wurden insgesamt 16,5 Millionen Euro beim Insolvenz-Entgelt-Fonds geltend gemacht. Die Vertretungsfälle blieben im Vergleich zum Vorjahr fast ident hoch. Allerdings stieg die Summe von 10,8 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 16,5 Millionen Euro im Vorjahr.

Zum Schutz der heimischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fordert die AK Kärnten:

Goach bekräftigt die Forderung nach einem Kündigungsschutz im Krankheitsfall, besonders nach einem Arbeitsunfall: „Bei steigendem Pensionsantrittsalter müssen wir dafür sorgen, dass die Arbeitnehmer gesund bleiben. Dazu gehört es, sich im Krankheitsfall in Ruhe auskurieren zu können, ohne Angst um seinen Job zu haben."

„Wir brauchen einen Mindestlohn von 1.500 Euro und diesen steuerfrei“, fordert Goach außerdem. 1.500 Euro würde ohnehin an der Grenze zur Armutsfalle liegen. „Es ist unverständlich, dass um diesen Betrag für Vollzeitarbeit eine derart große politische Debatte entsteht. Die Steuerfreiheit bis zu diesem Betrag stoppt die kalte Progression – und entlastet somit Wenigverdiener, die besonders hart betroffen sind“, so Goach.

Goach verteidigt außerdem die Arbeit der Arbeitsinspektoren, die in der jüngeren Vergangenheit laufend Ziel von Anfeindungen der Wirtschaft geworden sind: „Es ist Aufgabe der Arbeitsinspektorate, für ein sicheres Arbeitsumfeld zu sorgen. Kärnten liegt bei den Arbeitsunfällen im Bundesschnitt leider im Mittelfeld.“ In der Landesstelle Kärnten sind 2015 7.489 Arbeitsunfälle (inklusive Wegunfälle) verzeichnet worden.

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