Mahnwache: Großer Protest gegen Aus der leistungsstarken Bioenergieanlagen

LK-Vizepräsidentin Pein: Solidarisierungswelle wird immer größer und stärker

Graz (OTS) - Mittels Transparenten mit Aufschriften wie "Versprochen, aber gebrochen?", "Nein zu Fossilwärme und Atomstrom", "Österreich braucht Ökostrom und Biowärme", "Wir schaffen Arbeitsplätze - 3.500 in Österreich" protestierten gestern rund 200 Personen vor Europas modernster und leistungsstärkster Ökostromanlage in Gosdorf, Steiermark, gegen die drohende Schließung und für den Fortbestand der heimischen Bioenergieanlagen, die aus Grünschnitt, Pflanzen, biogenen Reststoffen und Mist Ökostrom, Biowärme und Naturdünger erzeugen. Vertreten waren regionale Biowärmebezieher, deren Wohnungen und Gebäude kalt bleiben könnten, aber auch Bürgermeister, die sich große Sorgen um die umweltfreundliche, regionale Energieversorgung machen, sowie die Anlagenbetreiber, deren Zukunft auf dem Spiel steht.  

"Österreich braucht Ökostrom und Ökowärme. Biogasanlagen erzeugen verlässlich und sicher 365 Tage im Jahr Ökostrom, Ökowärme und geruchlosen Naturdünger. Für den Energiemix der Zukunft sind diese effizienten Mehrfachnutzungsanlagen unverzichtbar", betonte Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Maria Pein. Sie ging auch auf den Klimawandel ein: "Die Landwirtschaft ist die Hauptbetroffene des Klimawandels - der Frost der vergangenen Tage hat die Bauern sehr, sehr hart getroffen und Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Mit den umweltfreundlichen Bioenergieanlagen leistet die Landwirtschaft aber einen wichtigen Beitrag, um den Klimawandel zu bremsen. Nicht zuletzt deshalb brauchen wir sie", gab Pein zu bedenken. 

Mahnwachen auch in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und im Burgenland 

Der Widerstand gegen ein Aus der 288 österreichischen sowie 37 steirischen Bioenergieanlagen wird immer massiver. Auch in Ober- und Niederösterreich, in Salzburg und im Burgenland finden Mahnwachen statt. Auf vielen Anlagen in ganz Österreich sind Transparente mit der Aufschrift "Wer Ökostrom abdreht, dreht Atomstrom auf" angebracht. Der Plattform "Pro Ökostrom und Ökowärme", der bisher mehr als 100 österreichische Bürgermeister, Industrievertreter wie das weltweit erfolgreiche Unternehmen SFL-technologies, die Technische Universität, das Bundesheer (Militärkommando Steiermark), die Anlagenbetreiber sowie die Landwirtschaftskammer angehören, haben sich jetzt auch der Österreichische Gemeindebund mit allen ihren landesweiten Gemeindebünden angeschlossen. 

Dazu Hannes Hauptmann, Sprecher der steirischen Biogasanlagenbetreiber: "Ich freue mich über die immer größer und stärker werdende Solidarisierungswelle. Die steirischen und österreichischen Bioenergieanlagenbetreiber haben im Vertrauen auf die von der Politik zugesagten Fortführung in den vergangenen Jahren mehrfache Millionenbeträge in sehr leistungsstarke Anlagen investiert. Uns jetzt in die Wüste zu schicken, das ist politische Willkür", kritisiert Hauptmann. "Dass die politischen Parteien nach unseren bisherigen Protesten eine Beschlussfassung im Parlament vorerst um einen Monat verschoben haben", wertet er so: "Diese Nachdenkpause der Politik ist ein Schritt in die richtige Richtung, um den vorliegenden miserablen Gesetzesentwurf neu zu diskutieren. Wir verhandeln und kämpfen weiter." 

Auch Markus Lukas ist enttäuscht. Er betreibt gemeinsam mit Adolf Pfeiler und Kurt Tscherner Europas modernste und leistungsstärkste Ökostromanlage. Diese Betreiber versorgen damit 1.300 Haushalte mit Ökostrom und 40 Haushalte, das Gemeindehaus, den Kultursaal, den Kindergarten und den tierfreundlichsten Geflügelstall Europas sowie einen Schweinestall in Gosdorf mit Biowärme. Mit kräftigen Investitionen haben sie die von der Politik geforderte Leistungsstärke bei weitem übertroffen. Gemeinsam mit dem weltweit erfolgreichen, weststeirischen Industrieunternehmen SFL-technologies steht ein nochmaliger, deutlicher Effizienzschub vor der Umsetzung. "Gemeinsam mit der Industrie haben wir die leistungsstärksten Bioenergieanlagen installiert. In Österreich will die Politik diese Anlagen abdrehen, während in anderen europäischen Ländern, insbesondere in Deutschland, mit unserem Know-how Tausende neue Biogasanlagen errichtet werden. Das ist die falsche Energiepolitik", so Lukas. 

Ökostromzuschlag: 1,80 Euro/Monat 

Mit einem immer wieder gezielt kolportierten Vorurteil räumt der Sprecher der steirischen Biogasanlagenbetreiber, Hannes Hauptmann, auf: "Auf der Stromrechnung macht sich Biogas-Ökostrom mit 1,80 Euro/Monat bemerkbar. Das ist nicht einmal die Hälfte dessen, was ein Krügerl Bier im Gasthof kostet. Das sollte uns ein gutes Gewissen wert sein." 

Die regionalen Biogasanlagen erzeugen in Österreich rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr verlässlich sicheren und klimafreundlichen Ökostrom sowie regionale Ökowärme. Sie sind unverzichtbare Lieferanten von erneuerbaren Strom und von Ökowärme, wenn andere Erneuerbare jahreszeitenbedingt die Stromerzeugung zurückfahren müssen. Die 37 steirischen Biogasanlagen (Österreich: 288 Anlagen) versorgen 30.000 Haushalte mit grünem Strom (Österreich: 160.000 Haushalte) und tausende Haushalte, Schulen, Kindergärten, Pensionistenheime, Sportzentren und so weiter mit regionaler Ökowärme. So ist es möglich, jährlich allein in der Steiermark 6 Mio. l Heizöl (bundesweit: 40 Mio.) und 86.000 t klimaverschlechterndes Kohlendioxid (Österreich: 620.000 t) einzusparen. (Schluss)

   


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