Neues Volksblatt: "Auftrag" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 21. April 2017

Linz (OTS) - Vielleicht liegt es auch an Inszenierungen wie jener des SPÖ-Bundeskanzlers als Pizzalieferant, dass die Unzufriedenheit der Österreicher mit der Demokratie wächst. Auch wenn der SPÖ-Geschäftsführer darüber jubelt, dass das Lieferanten-Video schon mehr als eine halbe Million Menschen gesehen haben, ist das noch kein politischer Qualitätsbeweis. Christian Kern ist zwar, so wird felsenfest behauptet, nicht im Wahlkampfmodus, sondern „mit den Menschen im Dialog“, aber auch die werden sich — siehe Umfrage — auf Dauer nicht mit Fast Food abspeisen lassen.
Was passiert, wenn die Politik keine vernünftigen Ergebnisse liefert, zeigt die SORA-Umfrage auch: Der Wunsch nach zumindest dem „starken Mann“ — aber auch nach dem „starken Führer“ — wächst. Dass parallel dazu die Zufriedenheit mit der Demokratie sinkt, kann freilich nicht alleine den jeweils Regierenden angelastet werden. Die Oppositionsparteien im Wiener Parlament etwa hätten, was die Unterstützung für so manchen vernünftigen Beschluss anbelangt, durchaus Luft nach oben. Aber lieber sucht man akribisch und oft auch vergeblich das Haar in der Suppe, als dass man politische Vernunft walten lässt. Teil der Lösung sein zu wollen ist offenbar ein sehr hoher Anspruch — aber er ist in der parlamentarischen Demokratie unabdingbar, jedenfalls wenn die Volksvertreter ihren Auftrag tatsächlich ernst nehmen.

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