Dziedzic: Asylanträge für schwule Männer aus Tschetschenien in Botschaften ermöglichen

Grüne: Außenminister Kurz muss aktiv handeln

Wien (OTS) - "Beobachten hilft nicht, die brutalen Menschenrechtsverletzungen an schwulen Männern in Tschetschenien sind belegt. In Russland sind sie nicht sicher, deshalb braucht es die Möglichkeit, Asylanträge in Botschaften zu stellen und zwar unbürokratisch und sofort", fordert Ewa Dziedzic, Grüne LGBTI-Sprecherin und Bundesrätin.  

MenschenrechtsexpertInnen der UN haben Russland am 13. April dazu aufgerufen, die Misshandlungen und die Jagd auf schwule Männer sofort zu beenden. Täglich gibt es neue Verschleppungen und Ermordungen an schwulen Männern in Tschetschenien. Außerhalb Russlands werden diese Gräueltaten erst jetzt bekannt.  

Berichten von kritischen russischen Medien zu Folge passieren diese in diesem Ausmaß bereits seit Dezember 2016. Inzwischen gibt es auch Augenzeugenberichte, die diese Verfolgungen bestätigen. Das russische LGBT- Network unterstützt und evakuiert Betroffene aus Tschetschenien, betont gleichzeitig aber auch, dass diese Menschen sich weiterhin in Gefahr befinden. Behörden tauschen Daten aus, damit werden Aufenthaltsorte bekanntgegeben. Laut der russischen NGO haben bereits europäische Botschaften ihre Visabestimmungen gelockert.  

"Hier geht es nicht um hunderttausende Menschen, die raschen Schutz brauchen, sondern um eine überschaubare Anzahl. Europäische Länder, unter anderem Österreich, können sie vor Misshandlungen mit Todesfolgen retten", meint Dziedzic. Außenminister Kurz hat am 4. April betont, dass er in Kooperation mit EU-PartnerInnen an einer Verifizierung der Vorwürfe arbeite. Morgen wird es in Wien einen Menschenrechtsmarsch von der Oper bis zum Parlament geben. Aktuell wird in einem offenen Brief an den Außen- und den Innenminister, den zahlreiche LGBTI-Organisationen unterzeichnen, zum aktiven Handeln aufgerufen.    

"Dieser Aufruf an die österreichische Regierung wird am Freitag im Rahmen der Abschlusskundgebung verlesen. Die Grünen lassen nicht locker, bis konkrete Maßnahmen ergriffen werden", stellt Dziedzic klar.

Regenbogenmarsch für Menschenrechte

Datum: 21.04.2017, 17:30 - 18:30 Uhr

Ort: vor der Staatsoper, Abschlusskundgebung vor dem Parlament
Kärntner Straße, 1010 Wien, Österreich

Url: https://www.facebook.com/events/1612778448747173/

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