Frostgefahr in der Wiener Landwirtschaft

Existenzbedrohende Situation für den Wein- und Obst- sowie Ackerbau

Wien (OTS) - Der Wintereinbruch im April kann in dieser Woche zu schweren Frostschäden in der Wiener Landwirtschaft führen. Vor allem der Wein- und Obst- sowie der Ackerbau und der Feldgemüsebau sind davon schwer betroffen. Durch die warmen Temperaturen im März war der Vegetationsbeginn für die Pflanzen früher als gewöhnlich, dadurch sind die Knospen und jungen Triebe für den Spätfrost besonders gefährdet. Die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen weiterhin sehr niedrig sein. Insgesamt 297 Wiener Winzer, Acker- und Obstbauern sind von der Frostgefahr betroffen. 

Wiener Winzer kämpfen gegen den Frost

Enorme Ernteausfälle drohen für den Wiener Weinbau ab 2 °C unter 0. Normalerweise beginnt der Austrieb Mitte April, dadurch ist der Wein gut geschützt, da Frostnächte im Mai eine Seltenheit sind. 

"Die Weinstöcke, vor allem in den flachen Gebieten, wie Mauer, sind stark betroffen da der Frost dort nicht abfließen kann. Einige Maßnahmen können jedoch gegen den Frost helfen. Eine Möglichkeit ist Strohballen in den Weingärten anzuzünden. Dadurch entsteht Rauch und die Nebeldecke hält den Boden zirka 2 °C wärmer", so Michael Edlmoser, Winzer in Wien Mauer. 

"Die Landwirtschaftskammer Wien hat für das Anzünden der Strohballen einen Antrag gestellt. Dieser wurde bereits von der zuständigen Stadträtin Mag. Ulli Sima genehmigt. Im Namen der Wiener Winzer und Obstbauern bedanke ich mich sehr herzlich für die rasche und unbürokratische Umsetzung sowie für das hohe Verständnis der Stadt Wien zur Sicherung des Wiener Weinbaus", betont Franz Windisch, Präsident der LK Wien. 

Obstbau 

Alle Obstarten von Kern- über Beeren-, Stein- bis hin zu Schalenobst sind gefährdet, vor allem die Hauptkulturen in Wien - Äpfel und Kirschen. 

Ackerbau und Feldgemüsebau 

Der Ackerbau ist ebenfalls vom Frost betroffen. Die Kulturen Winterraps (wenn er schon blüht), Sommergetreide, sämtliche Alternativen (wie Hirse oder Soja) und Hackfrüchte (Zuckerrübe, Mais und Kartoffel) sowie Körnererbsen können durch den Frost geschädigt werden. Teilweise erfolgt ein Wiederanbau im Ackerbau sofern es zeitlich noch sinnvoll ist. Durch den Wiederanbau kommt es aber zu geringeren Erträgen. Die Widerstandskraft gegen den Frost ist je nach Kultur sehr unterschiedlich. Im Feldgemüsebau sind das Kohlgemüse, Suppengemüse, Kohlrabi, Salate, Karotten und verschiedene Kräuter vom Frost betroffen. Hier ist ein Wiederanbau ohne große Schäden möglich, da die Kulturen sehr schnell wachsen. Insgesamt 121 Ackerbaubetriebe und 22 Feldgemüsebaubetriebe sind vom Frost betroffen. (Schluss)

  

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