KMU-Finanzierung: Praxistaugliche Alternativmodelle etablieren – Kapitalmarktkultur schaffen

WKÖ lud zu hochkarätiger Veranstaltung über Perspektiven der Unternehmensfinanzierung

Wien (OTS) - Investitionen sind das Gebot der Stunde, um das aufkeimende Wirtschaftswachstum zu nutzen und die Basis für die Innovationen der Zukunft zu schaffen. Doch woher sollen Unternehmen, vor allem kleine und mittelgroße, das dafür nötige Kapital nehmen? Welche Finanzierungsquellen gibt es für KMU alternativ zum Bankkredit, und wie kann Risikokapitalfinanzierung vor allem für den Mittelstand attraktiver werden?

 Diese Fragen beleuchtete Mittwochnachmittag eine hochkarätig besuchte Veranstaltung, zu der die Wirtschaftskammer Österreich geladen hatte. WKÖ-Präsident Christoph Leitl: „Der Wirtschaftsstandort Österreich benötigt Investitionssteigerungen, um damit für zusätzliches Wachstum und Beschäftigung sorgen. Daher brauchen wir den Austausch zwischen Politik und Wirtschaft, und wir brauchen gemeinsam mehr Selbstreflexion darüber, was in unserer Finanzierungslandschaft zu verbessern ist. So können wir zu Lösungen finden, die unseren Unternehmen Mut machen zu Investitionen“.

 Denn es gebe zwar einige Initiativen, wie etwa bei der Crowdfunding-Finanzierung, die dank Staatssekretär Mahrer gelungen sei. „Doch für unseren breiten Mittelstand gibt es in Sachen Finanzierungsalternativen noch viel zu wenig Ermutigendes“.

 Taus: „Viele Wege und Lösungen sind möglich, es muss nur geschehen“

 „In Österreich hat es bisher kaum eine hinreichende Kapitalmarktpolitik für den Mittelstand gegeben, eine Erweiterung der Finanzierungsmöglichkeiten ist dringend notwendig“, betonte Josef Taus, Mitbegründer und Vorstand der MTB Beteiligungen AG und renommierter Kenner der heimischen Finanzierungslandschaft, der den Anstoß für die Veranstaltung gab.

 Um mittelfristig einen Kapitalmarkt in Österreich aufzubauen, gebe es mehrere mögliche Varianten, erläuterte Taus. Eine wäre es etwa, Privatpersonen mit ihrem Sparkapital den Kauf von Wert- und Beteiligungspapieren von Unternehmen zu ermöglichen.  Dafür könnte eine staatliche Garantie in Höhe von bis zu 50.000 Euro und 30 Prozent gewährt werden. 

 Eine weitere Variante wäre die Möglichkeit zur Mitarbeiterbeteiligung. Taus: „Die Belegschaft sollte Beteiligungen an der eigenen Firma erwerben können, wo dies möglich ist“. Auch eine Neuausrichtung des österreichischen Aktienrechtes sei notwendig, so der Experte. „Viele Wege und Lösungen sind möglich, es muss nur geschehen.“

  Mahrer: Kapitalmarktkultur schaffen im nationalen Schulterschluss

 Möglichkeiten, die nach Ansicht von Staatssekretär Harald Mahrer in die richtige Richtung gehen: „Diese Vorschläge zeigen, wo wir hinmüssen: Wir müssen mittelfristig die Perspektiven für eine bessere Kapitalmarktkultur und alternative Finanzierungsformen etablieren. Es braucht einen nationalen Schulterschluss zur Schaffung einer breiten, soliden Finanzierungsstruktur zur Finanzierung des Innovationsstandortes Österreich.“

Für Mahrer steht es außer Frage, dass Österreich als kleine Volkswirtschaft nur über Leadership bei Innovationen im globalen Wettbewerb reüssieren können wird: „Wenn wir unsere Standortattraktivität erhalten wollen, müssen wir die Finanzierung für unsere Unternehmen sicherstellen und langfristig Maßnahme setzen, um unter die Innovationsführer zu kommen. Im Mittelfeld werden wir nicht erfolgreich sein“.

 Wünschenswert wäre für ihn auch die Realisierung einer KMU-Börse in Österreich – in welcher konkreten Form, sei noch offen. „Damit schaffen wir nicht nur eine neue Finanzierungskultur, sondern öffnen auch für den Mittelstand die Türen für Miteigentum an unseren Unternehmen.“ (PWK328/PM)

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