Karola Kraus und ihr Team betroffen vom Tod der österreichischen Künstlerin Ingeborg Strobl

Wien (OTS) - Am Sonntag, 2. April 2017 verstarb die 1949 geborene, österreichische Künstlerin Ingeborg Strobl. Ihr Tod bedeutet den Verlust einer vielseitigen und zugleich äußerst prononcierten Künstlerin. Sie untersuchte in ihren Objekten, Installationen, Fotografien, Filmen und Publikationen kompromisslos-kritisch und ironisch-humorvoll Zusammenhänge zwischen Gesellschaft, Natur und Kunst. Gerade in der genauen Beobachtung von Naturprozessen verstand sie es, auch Geschichte und soziales Verhalten in eindringlichen Bildern sichtbar zu machen.

Von ihrer Wachheit und Sensibilität gegenüber lokalen wie globalen gesellschaftspolitischen Entwicklungen zeugen die Arbeiten, die im Zuge ihrer Reisen in Länder des ehemaligen Osteuropa, nach Ägypten oder Indien entstanden sind. Mit den Natur- und Tiermotiven durchziehen immer auch historische und zeitgeschichtliche Orte und Ereignisse wie ein roter Faden ihr Oeuvre. Oft kippen grindig-banale Szenerien in prächtige und verstörende Sinnbilder zivilisatorischer Zustände und zeugen – trotz oder gerade wegen der sichtbar gemachten Zerstörungen – von einer unaufhaltsamen Dynamik im Gesellschaftlichen und Geschichtlichen.

Strobls Abneigung gegen Produktions- und Konsumwahn spiegelte sich in ihrer eigenen Lebensweise sowie in der Wahl ihrer Themen und Materialien. Sie vermied Pathos ebenso wie marktkonformes Verhalten und vermittelte die Konsequenz ihrer Haltung in materiell zurückhaltenden, aber in ihren ästhetischen Setzungen umso präziseren Arbeiten.

Man wird in den einzelnen Etappen ihres Oeuvres vergeblich nach Stilschwankung und zeitgeistigen Anpassungen suchen, vielmehr zeigt sich darin ein mit Konsequenz durchgehaltener Sinn für das Poetische im Dokumentarischen und für das Metaphorische im Faktischen. Die im Vorjahr gezeigte Retrospektive im Lentos veranschaulichte eindrucksvoll die künstlerische und zugleich kuratorische Kompetenz Ingeborg Strobls, die sie auch in von ihr initiierten Projekten mit anderen Künstler_innen hervorragend einzusetzen wusste.

Ihre Arbeiten und Archivmaterialien in der mumok Sammlung stellen einen repräsentativen Ausschnitt ihres Werks dar und ermöglichen es, den internationalen Stellenwert ihrer Kunst nachhaltig zu verdeutlichen.

Karola Kraus, Rainer Fuchs und das Team des mumok

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