„kreuz und quer“ am 11. April: „Im Angesicht des Todes“ und „Athos – Die Republik der Mönche“

Wien (OTS) - Es grenzt an ein Wunder, dass der syrische Pater Jacques Mourad noch lebt: Im Mai 2015 von Dschihadisten aus dem syrischen Kloster Mar Elian verschleppt, verbrachte Pater Jacques 84 Tage in einem Verlies in der IS-Hochburg Rakka. Ständigen Todesdrohungen und Scheinexekutionen ausgesetzt, um seine Konversion zum Islam zu erzwingen, überlebte er diese Folter gerade durch seinen christlichen Glauben und die Hinwendung zum Gebet. Ausgerechnet sein Engagement für ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen war es, das ihn zur Zielscheibe der militanten Islamisten machte. Denn sein Kloster Mar Elian in Karjatain galt nicht nur als Zentrum christlich-islamischen Dialogs, sondern war zuletzt auch Zufluchtsstätte für Flüchtlinge. „kreuz und quer“ – präsentiert von Doris Appel – zeigt dazu am Dienstag, dem 11. April 2017, um 22.35 Uhr in ORF 2 die Dokumentation „Im Angesicht des Todes“ von Peter Kullmann und Magdalena Maier.

Um 23.05 Uhr führen in Peter Bardehles und Andreas Martins Film „Athos – Die Republik der Mönche“ ruhige, sorgfältig kadrierte Bilder in eine unbekannte Welt und eine Entdeckungsreise zu einem der letzten Geheimnisse Europas.

„Im Angesicht des Todes“ – Ein Film von Peter Kullmann und Magdalena Maier

Dass ihn seine Peiniger dennoch nicht töteten, verdanke er einzig dem Umstand, so Pater Jacques, dass er sich über 15 Jahre lang intensiv für den interreligiösen Dialog eingesetzt und sich in dem andauernden syrischen Bürgerkrieg nicht nur um seine christliche Gemeinde, sondern gleichermaßen um muslimische Flüchtlinge gekümmert hatte. Denn der interreligiöse Dialog ist für Pater Jacques nicht nur eine Ansammlung hehrer Worte, sondern gelebte Nächstenliebe. Dies beweist auch der Umstand, dass es ausgerechnet Muslime waren, die ihm zur Flucht aus seiner IS-Gefangenschaft verhalfen.

Nach seiner Flucht fand Pater Jacques, psychisch und physisch gezeichnet, in Italien Zuflucht. Der syrisch-katholische Priester ist noch keine 50 Jahre alt, doch sein Körper ist schwer angeschlagen von dem, was er durchlitten hat – Krieg, Geiselnahme, Folter. Dennoch hadert er nicht mit seinem eigenen Schicksal. Pater Jacques ist jemand, der vor allem an andere denkt. Die Bilder aus seinem Heimatland Syrien hat er tagtäglich im Kopf, die Zerstörung, das Leid und den allgegenwärtigen Tod: „Es ist eines der schwierigsten Dinge, wenn man das Leiden anderer sieht. Da vergisst man das eigene. Wenn wir leiden, wenn wir sehen, wie ein geliebter Mensch Trauer oder Schmerz empfindet, wie soll es Gott dabei ergehen?“ Nach Syrien kann Pater Jacques nicht zurückkehren – nicht vorrangig wegen des Krieges und seiner körperlichen Beschwerden, sondern weil ihm aufgrund seines Engagements erneut eine potenziell tödliche Gefahr von verschiedenen Konfliktparteien droht.

Angst vor dem Tod hat der Pater aber nicht. Und selbst die Folter seiner IS-Peiniger konnte ihn nicht zum Schweigen bringen – vielmehr reist Pater Jacques heute quer durch Europa, schildert in gut besuchten Vorträgen und bei Fernsehauftritten seine Erlebnisse und predigt dabei vor allem seine zentrale Erkenntnis: „Wir müssen Brücken bauen für einen offenen Dialog der Religionen. Selbst den radikalsten Glaubenskriegern müssen wir die Hand reichen und mit ihnen reden.“

„Athos – Die Republik der Mönche“ – Ein Film von Peter Bardehle und Andreas Martin

Ein Gewitter. Was früher noch für ein schlechtes Omen gehalten wurde, beeindruckt die Mönche des Athos kaum, die schon seit dem frühen Morgen in ihrer Vorbereitung auf eines der größten Feste im Jahr stecken. Schon bald wird das Gewitter weitergezogen sein und die abendliche Feier kann beginnen. Die Mönchsrepublik Athos ist eines der letzten Geheimnisse unserer Zeit. Hier lebt das vor Hunderten von Jahren untergegangene Byzanz fort – in den Mönchen, in ihrer Kunst und in ihren Riten. Das Reich zu Füßen des heiligen Bergs ist heute das letzte theokratische Staatsgebilde. Die Halbinsel ist das spirituelle Herz der Orthodoxie, ein Refugium, an dem das Alte wichtiger ist als das Neue.

Ein orthodoxer Mönch des 21. Jahrhunderts lebt ähnlich bescheiden wie seine Brüder vor tausend Jahren. Sie tragen lange Bärte – gewachsen seit ihrem Eintritt – und schwarze Roben als Zeichen für ihren weltlichen Tod mit dem Eintritt ins Kloster. Die Mönche besitzen nichts – außer ihrem Glauben. Und doch hüten sie weltliche Schätze von unermesslichem Wert. Die wahren Schätze allerdings liegen in der Tradition der Klosterrepublik und in ihren Geheimnissen, die diesen Ort so einzigartig machen.

Auf dem Athos gilt eigentlich ein strenges Filmverbot. Zum ersten Mal gelingt es einem Filmteam, in diesen einzigartigen Kosmos einzutauchen. Zudem ist die Mönchsrepublik ein Berg ohne Frauen, denen der Zutritt bis heute verwehrt ist. Die Mönche wurden mehrere Jahre mit der Kamera begleitet, die verschlossene Mönchsrepublik öffnet sich dem TV-Publikum und ermöglicht einzigartige Einblicke. Sei es bei den Festen der Klöster, bei ihrer Arbeit oder in Stille und Kontemplation. Ruhige, sorgfältig kadrierte Bilder entführen in eine unbekannte Welt und eine Entdeckungsreise zu einem der letzten Geheimnisse Europas.

Die Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

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