Energiepreise unverändert auf 18-Monatshoch

Vergleich zum Vorjahr zeigt: Treibstoffe um 17 Prozent teurer, Heizöl um mehr als ein Drittel gestiegen – Energie weiterhin Inflationstreiber

Wien (OTS) - Der Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte der Österreichischen Energieagentur blieb mit einem Minus von 0,1 % im Februar gegenüber Jänner de facto unverändert. Somit bleibt er weiter auf dem höchsten Stand seit August 2015.

Der Abstand gegenüber dem Februar des Vorjahres hat sich jedoch weiter vergrößert. Der EPI war im Februar um 7,3 % höher als zum gleichen Zeitpunkt 2016 (siehe Abbildung 1).  Den letzten derartig hohen Anstieg im Jahresvergleich gab es vor genau fünf Jahren. „Hauptverantwortlich für diese Entwicklung waren die in den Vormonaten deutlich höheren und steigenden Preise bei Heizöl und Treibstoffen“, erläutert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.

Hier finden Sie:
Abbildung 1: Veränderung des Energiepreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat
Datenquelle: Statistik Austria, Berechnungen: Österreichische Energieagentur

Energie weiter Inflationstreiber 

Die Steigerung der Energiepreise wirkte sich wie schon im Jänner deutlich auf die allgemeine Inflationsentwicklung aus. Der Verbraucherindex (VPI) stieg im Jahresvergleich um 2,2 % und wies damit den höchsten Wert seit Juli 2013 auf. Bereinigt um Energie würde der VPI im Jahresvergleich bei 1,8 % liegen; Energie steuerte somit insgesamt 0,4 Prozentpunkte zur gesamten Teuerung bei. Der Anstieg im Energiepreisindex ist somit auf die anhaltende Verteuerung von Treibstoffen und Heizöl zurückzuführen.

Bei Fernwärme war die Entwicklung gegenüber dem Vormonat stabil, bei Strom (-0,1 %) und Gas (-0,2 %) waren die Preise sogar leicht rückläufig. Im Jahresvergleich blieben sowohl Strom (-5,4 %) als auch Gas (-3,6 %) weiterhin billiger.

Die Preise für feste Brennstoffe sanken laut Energieagentur im Februar 2017 um 1,3 %. Dabei war Brennholz um 1,9 % billiger, während sich Holzbriketts und Holzpellets um 1 bzw. 0,6 % verteuerten.
Im Monatsabstand wurden feste Brennstoffe um 0,9 % teurer.

Heizölpreise: Im Jahresvergleich stärkster Anstieg seit 2008 

Heizöl verzeichnete wieder den stärksten Anstieg von allen Energieträgern: Gegenüber Februar 2016 ergab sich ein Plus von knapp 35 %. Das ist der stärkste Preisanstieg seit August 2008. Allerdings hängt dieser Anstieg mit dem äußerst niedrigen Heizölpreis des Vorjahrs zusammen, daher fällt die Steigerung jetzt besonders stark ins Gewicht.

Treibstoffpreise tendenziell stabil – Preisvergleich besonders zur Osterreisezeit sinnvoll

Verglichen zum Vormonat war die Preisentwicklung der Treibstoffe im Februar mit minus 0,2 % weitgehend stabil. Dabei ging der Preis für Diesel um 0,6 % zurück, während der Benzinpreis um 0,3 % nur leicht anstieg. „Wir sehen das im Zusammenhang mit den relativ unbeeindruckenden Preisbewegungen am internationalen Ölmarkt“, so Traupmann. Der Preis für Brent bewegte sich im Februar nur minimal und pendelte in einem leichten Auf und Ab konstant zwischen 53 und 56 US-Dollar pro Barrel.

Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt hingegen, dass private Haushalte für Benzin und Diesel im Februar um 17 % mehr bezahlten als im Februar 2016. Dabei wurde Diesel um 19,2 % bzw. Benzin um 14,2 % teurer — dies war gleichzeitig die stärkste Steigerung seit November 2011. Obwohl das Preisniveau generell niedrig ist, und auch die Märzdaten eine eher sinkende Tendenz zeigen, könnte es in den kommenden Wochen wieder zu leichten Preissteigerungen kommen. „Besonders zur österlichen Reisezeit sind daher Preisvergleiche und vorausschauende Planung aus Konsumentensicht sinnvoll. Preisvergleichstools leisten hier einen wichtigen Beitrag, zumal oft Preisunterschiede von bis zu 10 Cent feststellbar sind, was bei einer Tankfüllung 4 bis 5 Euro bedeuten kann“, so Traupmann. Analysen der Energieagentur auf Basis der gemeldeten Treibstoffpreise im Spritpreisrechner (Preistransparenzdatenbank), zeigen, dass die Preisunterschiede zwischen dem günstigsten und teuersten Viertel der Tankstellen im letzten Jahr bei durchschnittlich knapp 4 % lagen.    

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