Glawischnig meldet sich im ÖSTERREICH-Interview zurück: "Rücktritt? Das ist absurd."

Glawischnig zum Konflikt mit Jungen Grünen: "Meine ausgestreckte Hand ist da" - Aber: "Mit Flora Petrik ist keine Vertrauensbasis mehr vorstellbar."

Wien (OTS) - Im Interview für die Sonntagsausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH meldet sich die Chefin der Grünen, Eva Glawischnig, nach ihrer Erkrankung zurück. Am vergangenen Samstag hatte sie einen Allergie-Schock erlitten.

Im ÖSTERREICH-Gespräch bestreitet sie vehement, amtsmüde zu sein. Glawischnig: "Das ist vollkommen absurd. Ich denke nicht einmal an Rücktritt. Ich bin erst vor eineinhalb Jahren wiedergewählt worden. Wir haben jetzt eine Riesenchance. Angesichts des Rechtsrucks, den es in der ÖVP sowieso gibt, aber auch bei Christian Kern, der darüber diskutiert hat, ob wir 50 jugendliche Flüchtlinge aufnehmen sollen. Ich werde ganz sicher am Bundeskongress für die Spitzenkandidatur antreten."

Der grüne Bundeskongress soll angesichts der möglichen Neuwahl vorverlegt werden. Schon zuvor will Glawischnig ihren Kritikern bei einem erweiterten Bundesvorstand am 21. April offensiv entgegentreten. Nach den Streitigkeiten mit den Jungen Grünen rufe sie alle in der Partei auf, "bitte zur Arbeit zurückzukehren".

Glawischnig: "Natürlich war das kein schönes Bild, das wir in den letzten Tagen abgegeben haben Ich würde mir auch wünschen, dass konkrete Kritik künftig nicht nur anonym und medial weitergegeben wird. Für Kritik bin ich immer offen, aber es ist schwierig, wenn anonym Gerüchte in Umlauf gesetzt und die Probleme nicht ehrlich genannt werden."

Eine Einigung mit der Spitze der Jungen Grünen um Flora Petrik kann sich Glawischnig nicht vorstellen: "Mit Flora Petrik und ihren sechs Vorstandsmitgliedern ist keine Vertrauensbasis mehr vorstellbar. Auch von meiner persönlichen Seite nicht. Es ist jetzt Sache der Landesorganisationen zu schauen, wie man mit den Jungen weiter zusammenarbeiten kann. Meine ausgestreckte Hand ist aber da."

Alle Versöhnungsversuche mit Petrik seien gescheitert. Glawischnig: "Es gab über Monate Gespräche, die Jungen zu versöhnen und eine Abspaltung zu verhindern. Nachdem es aber schließlich keine Zusage gab, auf die gegnerische Kandidatur zu verzichten, musste ich den Beschluss des erweiterten Bundesvorstands ernst nehmen."

Im ÖSTERREICH-Interview schildert Glawischnig in dramatischen Worten ihre Erkrankung. "Bis jetzt hatte ich immer nur eine leichte Pollenallergie. Aber diesmal bin ich innerhalb von nur wenigen Minuten total angeschwollen, dass ich überhaupt nichts mehr gesehen habe. In so einer Situation ist immer die Sorge, dass auch bei den Atemwegen Schwellungen auftreten. Der Volker hat Gott sei Dank nicht lange gefackelt und sofort die Rettung gerufen. Erst in der AKH-Notfallambulanz habe ich wieder etwas mitbekommen."

Nun gehe es ihr bereits "deutlich besser". Glawischnig: "Jetzt, wo ich alles überstanden habe, geht's an die Ursachenforschung. Ein zweites Mal möcht' ich das nicht mehr erleben."

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