Wir wollen faire Arbeit! Jugendliche präsentieren ihre Visionen im Parlament

Erfolgreicher Abschluss des politischen Bildungsprojekts „wir.gestalten.arbeit“ der Katholischen Jugend

Wien (OTS) - „Rund 150 Jugendliche in der Arbeitswelt präsentierten heute ihre Visionen zu fairer Arbeit im Parlament und zeigten, welche große Bereitschaft sie haben, sich aktiv an politischen Prozessen zu beteiligen und sich für ihre Rechte einzusetzen“ erklärt Matthias Kreuzriegler, ehrenamtlicher Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich und ergänzt: „Das ist echt beeindruckend und ich bedanke mich bei allen, die mitgemacht haben!“

Österreichweite Workshops

Seit Jänner 2017 beschäftigten sich über 300 Jugendliche in der Arbeitswelt in vier Bundesländern mit dem Thema "Faire Arbeit". In Workshops, die von ReferentInnen der Katholischen Jugend durchgeführt wurden, stellten sie sich folgende Fragen: „Wie stelle ich mir die Arbeitswelt vor? Was sind für mich faire Arbeitsbedingungen? Was zeichnet eine gute Arbeitsstelle aus?“
„In den Workshops wurde viel über die individuelle Arbeitssituation reflektiert sowie Wünsche und Forderungen zum Betriebsklima sowie zu Gehaltsvorstellungen – auch in Bezug auf die Unterschiede zwischen den Gehältern bei Männern und Frauen – erarbeitet“, berichtet der ehrenamtliche KJÖ-Vorsitzende, und weiter: „Auch die Themen Aufstiegschancen, Weiterbildungsmöglichkeiten und respektvoller Umgang waren stark im Fokus.“

Gelebte Partizipation

Den Abschluss des Projekts bildeten zwei Tage in Wien: Am 06. April 2017 kamen ca. 150 Jugendliche aus ganz Österreich zusammen, um die aus ihren Workshops entstandenen Ideen und Visionen zu bündeln und sich zu vernetzen. Der Höhepunkt und zugleich Abschluss des Projekts fand heute, am 07. April, im Parlament statt. Hier trafen die Jugendlichen auf junge PolitikerInnen – Johannes Bachleitner (JUNOS), Asdin El Habbassi (ÖVP), Fiona Herzog (SJ), Eva Maria Himmelbauer (ÖVP), Katharina Kucharowits (SPÖ) und Julian Schmid (Grüne) – und hatten die einmalige Gelegenheit sich mit ihnen auf Augenhöhe über ihre Arbeitswelt und die damit verbundenen Ängste, Herausforderungen und Wünsche auszutauschen. „Mit ‚wir.gestalten.arbeit‘ wollen wir den Jugendlichen eine aktive Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen ermöglichen und ihnen eine Plattform bieten ihre Ideen und Visionen direkt an PolitikerInnen weiterzugeben. Die Devise lautet: Mit Jugendlichen und nicht über sie sprechen!" erklärt Matthias Kreuzriegler.

Ideen zu fairer Arbeit

Zum Abschluss überreichten die Jugendlichen den anwesenden PolitikerInnen ein Graphic Recording, welches während der zwei Abschlusstage entstand. Darin ist der Prozess der beiden Tage kreativ abgebildet und die Forderungen und Vorschläge der Jugendlichen für einen guten Einstieg junger Menschen in den Arbeitsmarkt enthalten:
Faire Arbeitszeiten, gute Entlohnung, Wertschätzung der Arbeit, Weiterbildungsmöglichkeiten, ein gesicherter Ausbildungsplatz, Team-Building-Maßnahmen und Gleichberechtigung zwischen männlichen und weiblichen Lehrlingen.
„Der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt ist für Jugendliche ein großer Umbruch und gerade hier ist es wichtig, mit den Jugendlichen über ihre Hoffnungen und Sorgen zu sprechen und gemeinsam mit ihnen nach Gestaltungsmöglichkeiten zu suchen,“ so der KJÖ-Vorsitzende.

PolitikerInnen beeindruckt

Drei Abgeordnete resümieren das Projekt in folgenden Statements:

Asdin El Habbassi (ÖVP): „Ich bin beeindruckt von den vielen interessierten Fragen und nehme mir mit, dass es einen ganz großen Wunsch nach respektvollem Umgang und fairer Entlohnung gibt. Dafür werde ich mich auch gerne einsetzen.“

Katharina Kucharowits (SPÖ): „Volle Unterstützung für eure Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung und endlich fairer Entlohnung. Was ich auch mitnehme, dass die Forderung nach dem respektvollen Umgang so oft gekommen ist. Deshalb treten wir gemeinsam dafür ein. Schreien wir auf, wenn Leute gegeneinander ausgespielt werden, fördern wir das wirkliche Miteinander in unserer Gesellschaft!“

Julian Schmid (Grüne): „Ich nehme mir mit, dass es ein großes Interesse gibt an dem, wie Politik wirklich passiert und gleichzeitig, dass sehr vieles verbessert gehört! Auch nehme ich mir eure Forderung nach fairer Entlohnung mit, viel zu viele Jugendliche werden ausgebeutet. Außerdem nehme ich mit, dass viele eine Arbeitszeitverkürzung wollen. Das unterstütze ich so gut es geht! Cool, wie toll ihr euch eingebracht habt!“

Zum Projekt "wir.gestalten.arbeit"

Mit "wir.gestalten.arbeit" hat die Katholische Jugend Österreich ein Projekt für eine Zielgruppe entwickelt, für die es kaum bildungspolitische Angebote gibt: Jugendliche am Einstieg in die Arbeitswelt, Lehrlinge oder arbeitssuchende Jugendliche. Durch „wir.gestalten.arbeit“ lernen Jugendliche sich selbst und ihre Arbeitssituation zu reflektieren, Politik besser zu verstehen und zu beurteilen. Sie werden ermutigt als aktive BürgerInnen selbst politisch-gesellschaftliche Verantwortung für ihre Lebenswelt zu übernehmen. 2015 fand das Projekt zum ersten Mal statt.

"wir.gestalten.arbeit" findet in Kooperation mit der FCGJ (Junge ChristgewerkschafterInnen), Iustitia et Pax, KAB (Katholische ArbeiterInnen Bewegung) und der BJV (Bundesjugendvertretung) statt.

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