El-Nagashi (Grüne Wien)/ Florianschütz (SPÖ Wien): Illegaler Organhandel ist Menschenrechtsverletzung von globaler Dimension

Wien (OTS) - „Illegaler Organhandel ist mittlerweile ein hochprofitabler Bereich des internationalen Menschenhandels geworden. Weltweit existiert ein illegaler Markt, der schwierig aufzulösen ist und dem oft die Trägheit staatlicher Stellen Vorschub leistet“, so Gemeinderätin Faika El-Nagashi von den Grünen Wien. Gemeinsam mit dem SPÖ-Wien-Abgeordneten Peter Florianschütz wird sie einen entsprechenden Antrag dazu beim heutigen Gemeinderat einbringen.

China weist – nach den USA – die zweithöchste Transplantationsrate weltweit auf. Obwohl die chinesische Regierung immer wieder behauptet, Organe würden ausschließlich freiwilligen SpenderInnen entnommen, gibt es eine Fülle von überzeugenden Indizien, die belegen, dass in der Volksrepublik China in großem Umfang Menschen wegen ihrer Organe getötet werden. Rund 10.000 Organe werden nach offiziellen Angaben in China pro Jahr verpflanzt. Die Wartezeiten sind allerdings unerklärlicherweise im Gegensatz zu anderen Ländern äußerst kurz, die Herkunft tausender Spenderorgane ist unklar.

Ein Bericht über den Organraub in China, der Ende Juni 2016 bei einer Anhörung im EU-Parlament vorgestellt wurde, kam zu dem Schluss, dass in den vergangenen 15 Jahren in China möglicherweise 1,5 Millionen Menschen durch Organentnahmen getötet wurden. Wie viele Menschen in China jährlich hingerichtet werden, ist nicht bekannt. Menschenrechtsorganisationen vermuten, dass das Land mit jährlich zwischen 2.400 und 3.200 Exekutionen weltweit an der Spitze liegt. Sie berichten über die Praxis, dass Todeskandidaten gezwungen wurden, Organspendeformulare zu unterzeichnen. Unter den Opfern finden sich Anhänger der verbotenen buddhistisch-daostischen Religionsgemeinschaft Falun Gong ebenso wie verfolgte Uiguren, Tibeterinnen und Christen. Nicht nur chinesische Patientinnen und Patienten profitieren von diesem System. Westliche Kliniken sowie Ärztinnen und Ärzte unterstützen chinesische Transplantationszentren ohne viele Fragen zu stellen.

„Wir verurteilen die systematischen, vom Staat gebilligten Organentnahmen an Gefangenen in der Volksrepublik China, die ohne Einwilligung der Betroffenen erfolgen, sowie in großem Umfang an Falun-Gong-AnhängerInnen sowie an Angehörigen politisch verfolgter sowie religiöser und ethnischer Minderheiten vorgenommen werden“, so SPÖ-Gemeinderat Peter Florianschütz.

SPÖ und GRÜNE fordern daher in einem gemeinsamen Antrag mit der ÖVP die Bundesregierung auf, den Missbrauch bei Organtransplantationen in China offensiv zu thematisieren und zu verurteilen. Die Regierung soll sich außerdem für die Einrichtung einer internationalen Kommission einsetzen, um die Praktiken der Organtransplantation in China zu untersuchen und illegalen Organraub einzudämmen.

Rückfragen & Kontakt:

Pressereferat Grüne Wien
Katja Svejkovsky
(+43-1) 4000 - 81814
presse.wien@gruene.at
http://wien.gruene.at

SPÖ Wien Rathausklub
Tom Woitsch
Kommunikation
(01) 4000-81 923
tom.woitsch@spw.at
www.rathausklub.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR0001