Unterrichtsagenden im Bundesrat

Änderungen zur Berufsreifeprüfung, Anerkennung von Zeugnissen zwischen Österreich und Liechtenstein

Wien (PK) - Vor dem Start der zentralen Berufsreifeprüfung passierten heute letzte rechtliche Anpassungen einstimmig den Bundesrat. Im Kern handelt es sich um Angleichungen der Berufsreifeprüfung an die Bestimmungen der Zentralmatura. Einstimmig genehmigt wurde auch die vereinfachte Anerkennung von Schulzeugnissen zwischen Österreich und Liechtenstein. Schließlich stimmte der Bundesrat auch dem Abkommen mit Bosnien und Herzegowina zur Stärkung der wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit zu.

Berufsreifeprüfung als große Errungenschaft der Erwachsenenbildung

Vor der ersten teilzentralen Berufsreifeprüfung zum Haupttermin 2017 werden letzte Klarstellungen im Schul- und Externistenprüfungswesen sowie im Prüfungstaxengesetz vorgenommen und redaktionelle Versehen bereinigt. Außerdem werden die Wartezeiten bei verfehlten Abschlussprüfungen verkürzt und mündliche Kompensationsprüfungen im Fach Mathematik eingeführt.

Durch die Gleichstellung mit der Matura werde Chancengleichheit geschaffen, sagte Elisabeth Grimling (S/W) und begrüßte auch die höhere Flexibilität durch mehr Freiheit bei den Prüfungsorten. Es handle sich dabei um eine sinnvolle Art, den Bildungsabschluss nachzuholen, ging sie mit Rosa Ecker (F/O) konform. Die Berufsreifeprüfung habe 2017 das 20-jährige Jubiläum. Jährlich gebe es zwischen 3.000 und 3.500 AbsolventInnen in Österreich, informierte Sandra Kern (V/N) über die Beliebtheit der Matura im zweiten Bildungsweg. Die Vereinbarkeit von Schule und Beruf sei eine besondere Herausforderung, hob David Stögmüller (G/O) hervor. Die Berufsreifeprüfung wirke der Vererbung von Bildung entgegen und fungiere als Brücke zur Hochschulbildung. Stögmüller war es ein besonderes Anliegen, an der Dropout-Rate bei der Lehre mit Matura anzusetzen und auch die Lehrpläne der Berufsschulen von Doppelgleisigkeiten zu befreien. Bildungsministerin Sonja Hammerschmid sagte zu, Überlegungen im Hinblick auf die Doppelbelastung anzustellen und auch der Optimierungsbedarf bei der Lehre mit Matura sei bekannt. Das nun verhandelte Gesetz hätte laut Hammerschmid im Autonomiepaket integriert sein müssen, aufgrund der langen Verhandlungen war dies zeitlich nicht mehr möglich.

Österreich - Liechtenstein: Anerkennung von Zeugnissen wird vereinfacht

Die gegenseitige Anerkennung von Maturazeugnissen und Hochschulqualifikationen zwischen Österreich und Liechtenstein wird vereinfacht. Dazu wird das alte Abkommen aktuellen Standards im Hochschulsektor angepasst, insbesondere werden Prüfungsleistungen in einschlägigen Fächern künftig pauschal nach dem ECTS-System anerkannt. Auch die Hochschulqualifikationen in einschlägigen Studien werden angerechnet. Durch die vereinfachte Anerkennung blieben den Studierenden mühsame Wege erspart und Verwaltungskosten würden reduziert, unterstrich Hubert Koller (S/St) die Win-Win-Situation. Begrüßenswert seien nicht nur Anpassungen bei den Studiengebühren, auch die Möglichkeit, akademische Grade im jeweils anderen Land führen zu können, dürfe nicht unterschätzt werden.

Österreichische LehrerInnen, die in Liechtenstein arbeiten, profitieren von diesem Abkommen, sagte David Stögmüller (G/O). Nicht zuletzt hat das Abkommen laut Rosa Ecker (F/O) positive Effekte für österreichische Studierende im Ausland. Auch Josef Saller (V/S) brach eine Lanze für das Abkommen. Es bedürfe einer Fülle an Kooperationen wie dieser, um aktuelle Herausforderungen im Bildungswesen zu meistern.

Wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit mit Bosnien und Herzegowina wird gestärkt

Einstimmig angenommen wurde heute auch der Ausbau der Wissenschafts-und Forschungskooperation zwischen Österreich und Bosnien und Herzegowina. Im Fokus der Diskussion standen dabei die Förderung des Austausches unter WissenschaftlerInnen und ExpertInnen sowie die Teilnahme an Forschungsprogrammen. Für die Kooperation sind jährlich maximal 90.000 € vorgesehen.

Mit dem Abkommen rücke auch das Thema Integration in den Mittelpunkt, stellte Andreas Pum (V/N) fest. Die Zusammenarbeit zwischen einem EU-Beitrittskandidaten und Österreich werde Synergien stärken und ermögliche neue Wege, gemeinsame Schwerpunkte zu finden. Im Vorfeld gelte, es klare Rahmenbedingungen über die Verantwortlichkeiten von Ergebnissen und den Schutz des geistigen Eigentums zu klären. Das gegenständliche Abkommen werde einen Beitrag für Europa leisten, die Zusammenarbeit sich in vielen fruchtbaren Ergebnissen niederschlagen, prognostizierte Pum (V/N).

So ein "Abkommen kann als Brücke verstanden werden", sich begegnen zu wollen und auch gegenüber Andersdenkenden die Hand auszustrecken, versicherte Ana Blatnik (S/K). Durch die Kernpunkte dieser Forschungszusammenarbeit könne man politischen Spannung entgegen wirken und langfristig wirtschaftliche Beziehung zwischen Österreich und Bosnien und Herzegowina fördern. Teamwork werde hierbei in den Vordergrund gestellt. Für Blatnik werden damit auch die Internationalisierung und der europäische Gedanke gefördert. So ist nach ihrem Dafürhalten die Kooperation ein positiver Zugewinn, den sie begrüße. (Fortsetzung Bundesrat) gro/wat

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