Volkshilfe zum Weltromatag: Gesellschaft muss wachsam gegen Diskriminierung bleiben

Mit der Initiative THARA fördert die Volkshilfe die Situation von Romnja und Roma am Arbeitsmarkt

Wien (OTS) - Bis zum heutigen Tag seien Romnja und Roma in allen europäischen Ländern überproportional von Armut und Ausgrenzung betroffen, sagt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich anlässlich des Weltromatages am 8. April: „Das spiegelt sich in niedrigen Bildungsabschlüssen, geringem Einkommen, Arbeitslosigkeit, schlechtem Gesundheitszustand oder schlechter Wohnqualität wieder“. Zudem seien Romnja und Roma zunehmend mit einem Verdrängungswettbewerb am österreichischen Arbeitsmarkt konfrontiert:
„Das Beherrschen der deutschen Sprache ist sehr häufig eine Voraussetzung für eine bessere Qualifizierung. Viele können sich Deutschkurse jedoch nicht selbst finanzieren und haben deshalb geringe Chancen auf einen fixen Platz am österreichischen Arbeitsmarkt“. Um mehr Chancengleichheit zu gewährleisten müssten ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Dabei gehe es vor allem auch um die Förderungen spezifischer Maßnahmen für und mit Roma sowie Förderstrukturen, die es ermöglichen, dass kleine, selbstorganisierte Vereine an Geldmittel herankommen.

Zudem brauche es in verschiedensten gesellschaftlichen Handlungsfeldern – beispielsweise in Schulen – sogenannte Roma-MediatorInnen. Auf politischer Ebene sei die Installierung von Roma-Beauftragten sinnvoll, auf EU-Ebene ein eigener Kommissar bzw. eine eigene Kommissarin für die Integration der Romnja und Roma. „Maßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit müssen alle Bereiche umfassen: Sozialberatungsstellen, Projekte zur Integration in den Arbeitsmarkt oder Maßnahmen im Bildungsbereich, Gesundheitsprävention und vieles mehr“. Es sei zu verhindern, dass weiterhin etliche Romnja und Roma ihre Zugehörigkeit zur eigenen Volksgruppe bewusst verleugnen, da sie beispielsweise am Arbeitsmarkt persönliche Nachteile befürchten.

Obwohl die Lage der Romnja und Roma bekannt sei, habe sie sich in den letzten Jahren nur marginal verbessert. Offene rassistische Diskriminierung hätte sogar zugenommen, zeige auch der Antiziganismusbericht: „Auch in Österreich ist der Kontakt zwischen Roma und der Mehrheitsbevölkerunge sowie Institutionen von wechselseitigem Unverständnis, tradierten Vorurteilen und Unwissenheit geprägt. Die gängigen Stereotype haben aber nur wenig mit der tatsächlichen Lebensweise zu tun“. Fenninger fordert einen Ausbau der Sensibilisierungsarbeit und eine „Antiziganismus-Strategie“.

Volkshilfe-Projekt THARA als Vorzeigebeispiel

Bereits seit dem Jahr 2005 setzt sich die Volkshilfe Österreich mit einer Reihe von arbeitsmarktpolitischen Projekten im Rahmen der Initiative THARA gegen existierende Ungleichheiten und Benachteiligungen gegenüber Roma und Sinti ein, erklärt Usnija Buligovic, die Projektleiterin von THARA: „Konkret fördern wir mit arbeitsmarktpolitischen Projekten die Integration von Roma und Sinti in den Arbeitsmarkt. Viele Menschen konnten von unserer Initiative profitieren und haben einen festen Platz am österreichischen Arbeitsmarkt gefunden“.

Das aktuelle Projekt, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Sozialministeriums finanziert wird, bietet beispielsweise Berufs- und Bildungsberatung, unterstützt bei der Arbeitssuche, bietet Jobcoachings, Qualifizierungsworkshops, Deutschkurse und Workshops speziell für Freuen, die durch negative Lebenserfahrungen wie etwa Krieg, Flucht oder Gewalt Schwierigkeiten haben, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Nicht zuletzt werden für interessierte Privatpersonen, Unternehmen sowie Behörden und Bildungseinrichtungen Informations- und Sensibilisierungsworkshops zum Thema Roma-Geschichte, Kultur und familiäre bzw. soziale Strukturen angeboten.

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