Mückstein: Recht auf Psychotherapie bei Depressionen muss gesichert werden

Grüne zum Weltgesundheitstag: Kanzler und Gesundheitsministerin müssen Deckelung bei kassenfinanzierten Behandlungen aufheben

Wien (OTS) - Mindestens 500.000 ÖsterreicherInnen leiden derzeit an einer behandlungsbedürftigen Depression und die Zahl steigt stetig an. Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer und die Dunkelziffer ist insgesamt hoch. Betroffene leiden massiv unter dieser Erkrankung, die meist sehr spät diagnostiziert wird. 45 Prozent erhalten keine adäquate Behandlung. „Es braucht noch viel Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, damit rechtzeitige Hilfe angeboten wird. Leider ist es noch immer so, dass psychisch Kranke zu wenig ernstgenommen oder sogar stigmatisiert werden“, analysiert Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen.

„Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft sind Depressionen immer psychotherapeutisch zu behandeln, in schweren Fällen in Kombination mit Antidepressiva. Doch diese Behandlungsmöglichkeit steht in Österreich nur wenigen zur Verfügung, weil die Krankenkassen die psychotherapeutische Behandlung stark rationiert hat.“

Die Krankenkassen weigern sich weiterhin, die Deckelung und Kontingentierung von kassenfinanzierter Psychotherapie aufzugeben. "Geht es nach dem Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger sind die Ankündigungen im neuen Regierungsprogramm nicht einmal das Papier wert. Die Kontingente sollen um nur 25 Prozent erhöht werden, und das erst bis 2020", kritisiert die Grüne. Ausgehend von einem extrem niedrigen Versorgungsgrad in Österreich, wird diese Maßnahme das Unterversorgungsproblem nicht lösen. Von einem zügigen Ausbau, wie ihn Hauptverbandschefin Rabmer-Koller heute angekündigt hat, kann nicht die Rede sein.

„Es bleibt zu hoffen, dass Bundeskanzler Kern, die Gesundheitsministerin Rendi-Wagner sowie die GesundheitssprecherInnen von SPÖ und ÖVP ihr eigenes Vorhaben ernster nehmen und endlich für die gleichen Behandlungsrechte im Krankheitsfall auch bei psychischen Erkrankungen Sorge tragen und die Deckelung aufheben“, appelliert Eva Mückstein an die Verantwortlichen.

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