Wöginger: Gespräch mit allen Parteien soll weitere Verbesserungen für Opfer von Gewalt in Heimen bringen

ÖVP-Sozialsprecher: Clearing-Stelle in Volksanwaltschaft ansiedeln

Wien (OTS) - Ein Bundesgesetz, mit dem eine Rentenleistung für Opfer von Gewalt in Heimen eingeführt und das Verbrechensopfergesetz geändert wird, stand heute, Donnerstag, auf der Tagesordnung des Sozialausschusses. Im Rahmen der Sitzung fand auch ein öffentliches Hearing, unter anderem mit Landeshauptmann a.D. Waltraud Klasnic, Unabhängige Opferschutzanwältin, statt. Die ohne Begutachtung vorgelegte Regierungsvorlage sieht vor, ehemaligen Heimkindern, die Opfer von Missbrauch oder Gewalt wurden, künftig zwölf Mal jährlich eine Rente von 300 Euro pro Monat zu gewähren. Wer in Heimen war und eine pauschalierte Entschädigungsleistung vom Heimträger erhalten hat, soll ab Juli 2017 die Rente ab Erreichen des Regelpensionsalters bzw. ab Pensionsantritt erhalten. ÖVP-Sozialsprecher Abg. August Wöginger begrüßte diese Initiative der Regierung, möchte die heute im Expertenhearing aufgebrachten Vorschläge aber in einen Abänderungseintrag noch einfließen lassen. Dazu wurde ein Termin nach Ostern mit allen Fraktionen bereits vereinbart. „Ich habe großes Interesse, den Abänderungsantrag einstimmig verabschieden zu können“, unterstreicht der ÖVP-Sozialsprecher.

Insgesamt handle es sich größtenteils um Fälle, bei denen über die Zuordnung schon entschieden wurde. Es gehe aber auch um Personen, die den Antrag noch nicht stellen konnten. Opfer sollten sich daher unbürokratisch an eine Stelle wenden können, wo die notwendige Sensibilität für die betroffenen, vielfach traumatisierten Menschen gegeben sei. Es dürfe nicht vorkommen, dass Geschädigte einer sozial oder psychologisch nicht geschulten Person ihre traumatische Geschichte erzählen müssen. Das sei schließlich oftmals eine große Belastung für die Opfer. „Hier ist eine fachliche, sensible Einschätzung notwendig, denn es darf nicht zu einer Re-Traumatisierung kommen“, plädiert der ÖVP-Sozialsprecher für eine Ansiedlung der Clearing-Stelle bei der Volksanwaltschaft. Dabei sollten alle Opferschutzorganisationen, die sich mit derartigen Fällen bereits beschäftigen, vertreten sein.

Viele Fälle würden schon lange zurückliegen, trotzdem sei es auch notwendig, nach vorne zu schauen. Deshalb sollte das Gesetz auch Prävention berücksichtigen, hofft Wöginger auf eine geringe Anzahl von Opfern in diesem Bereich.
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