AK zu Wirtschaftsstandort: Österreich muss über Qualität punkten

Wichtigste wirtschaftspolitische Aufgabe ist weitere Senkung der Arbeitslosigkeit

Wien (OTS) - „Wir beurteilen den Standort Österreich weniger an den Ergebnissen von Manager-Befragungen, sondern an den Hard Facts und der Lebenssituation der Bevölkerung“, sagt AK Wirtschaftsexperte Markus Marterbauer anlässlich des heute veröffentlichten Deloitte Radar 2017 – eine Bewertung des österreichischen Wirtschaftsstandortes. Er betont, dass ein gut ausgebauter Sozialstaat, der allen Menschen unabhängig von ihrem Einkommen zugutekommt, eine höhere Abgabenquote als in Ländern mit schlechterer sozialer Absicherung rechtfertigt.

Österreich liegt bei der Lebensqualität an der Spitze Europas. „Dazu hat der Sozialstaat ganz entscheidend beigetragen“, sagt Marterbauer. Auch die wirtschaftliche Entwicklung kann sich sehen lassen. So weist Österreich im internationalen Vergleich eine sehr hohe Wirtschaftsleistung pro Kopf auf (4. Platz in der EU). „Zudem sehen wir derzeit einen Konjunkturaufschwung, der sowohl in der Industrieproduktion als auch bei den Investitionen messbar ist“, so Marterbauer weiter. Beide Kennzahlen entwickeln sich besser als der EU-Schnitt – und liegen auch vor der deutschen Entwicklung.

Die entscheidende wirtschaftspolitische Herausforderung ist für den AK-Experten die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die aber immerhin seit vier Monaten rückläufig ist. Marterbauer: „Jetzt muss es gelingen, die Arbeitslosen auf die offenen Stellen zu bringen.“ Für die AK gehen die Maßnahmen der Bundesregierung – mehr Personal für das AMS, Fachkräftestipendien, Aktion 20.000 – in die richtige Richtung.

Österreich weist eine hohe Produktivität auf. Dazu Marterbauer:
„Ein Land an der Spitze Europas kann sich nicht in einen Kostenwettbewerb begeben, sondern muss über Qualität punkten. Die zentralen Ansatzpunkte sind Bildung, Integration und Forschung.“

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