Potenzial zum Life Science Cluster nutzen

Investitionen von Boehringer Ingelheim zeigen Attraktivität des Standortes

Wien (OTS) - Der heutige Spatenstich zum Ausbau des Biopharma-Bereichs von Boehringer Ingelheim in Wien zeigt, dass der Standort Österreich für die pharmazeutische Industrie sowohl die Attraktivität als auch das Potenzial besitzt, Investoren anzuwerben. „Wenn in den USA die Forschungsförderung zurückgefahren wird, müssen wir in Europa und in Österreich - als führender Biotech-Standort - es als Chance begreifen, jetzt eine gute Grundlage für kommende Investments zu schaffen“, empfiehlt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie. „Wir gratulieren Boehringer Ingelheim zur geplanten Erweiterung der Biopharma-Produktion. Eine Investition dieser Größenordnung stellt ein klares Bekenntnis zum Standort dar.“ 

Eine jüngst fertiggestellte, vom Fachverband in Auftrag gegebene Wertschöpfungsanalyse zeigte beachtliche, wirtschaftliche Effekte der Pharmaindustrie: rund 15.000 Mitarbeiter sind direkt in der Produktion bei Pharmaunternehmen beschäftigt. Unter Berücksichtigung von Folgeeffekten kann man etwa 63.000 unselbständig Erwerbstätige der Pharmawirtschaft zuordnen. Die Pharmabranche im weiteren Sinne leistet eine Wertschöpfung von 4,8 Mrd Euro, zusammen mit indirekten Effekten ergibt sich eine Wertschöpfung von 9,7 Mrd Euro. Damit leistet die Pharmawirtschaft einen Beitrag von rund 2,8% zum gesamten BIP in Österreich. 

Hofinger hofft nun auf „ermutigende Signale der Politik und ein klares Bekenntnis zum Pharma-Standort“. Die Erhöhung der Forschungsprämie von 12 auf 14 % ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Dies alleine wird nicht reichen, um auch in Zukunft Investitionsentscheidungen zu Gunsten eines österreichischen Standorts zu drehen. Auch die Straffung der behördlichen Verfahren (u.a. für die Zuerkennung der Prämie) – also Bürokratieabbau - wird nötig sein, um weiterhin rege Investitionstätigkeit wie in den vergangenen fünf Jahren zu ermöglichen.

Der Fachverband unterstützte die im November vom BMWFW veröffentlichte „Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort Österreich“ als ein politisches und positives Signal für Österreichs Forschung und Wirtschaft. „Die Strategie beinhaltet eine Vielzahl standortstärkender Maßnahmen, die nun dringend umgesetzt werden müssen. Um Investitionen den Weg zu ebnen, muss weiterhin an der Attraktivität des Standortes gearbeitet und von gegenläufigen Aktionen, die eine Schwächung des Standortes nach sich ziehen, abgesehen werden“, so Hofinger. 

„Wir fordern von den politischen Entscheidungsträgern ein, dass sie sich in Zukunft bei weitreichenden Entscheidungen die Bedeutung der pharmazeutischen Industrie für die Wertschöpfung und Beschäftigung sowie die Auswirkungen auf diese bewusst machen und nicht ideologiegetrieben übereilte Schritte setzen“, findet Sylvia Hofinger nach der jüngsten ASVG-Novelle mit ihren planwirtschaftlichen Ansätzen zur Preisregulierung für Arzneimittel klare Worte.

Der Fachverband der Chemischen Industrie (FCIO) vertritt die Interessen von etwa 300 Mitgliedsunternehmen. Die chemische Industrie ist die zweitgrößte Industriebranche in Österreich. Mit etwa 44.000 Beschäftigten erwirtschaftet sie einen Produktionswert von fast 15 Milliarden Euro. Sie ist international ausgerichtet und exportiert mehr als zwei Drittel ihrer Erzeugnisse. Die Austrian Biotech Industry im Fachverband versammelt neben den etablierten Pharmaunternehmen auch die Biotech-Startup-Szene.

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Mag. Dorothea Pritz
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