Kadenbach/Graswander-Hainz: Einsatz von Palmöl muss drastisch begrenzt werden

EU-Parlament spricht sich für ehrgeizige Mindeststandards und den Schutz des Regenwaldes aus

Wien (OTS/SK) - „Palmöl, das klingt nach Sonne, Strand und Meer - in Wirklichkeit ist es aber ein Produkt, das unter miserablen Arbeitsbedingungen in Monokulturen gewonnen wird, denen häufig der Regenwald zum Opfer fällt. Palmölprodukte sind nicht gesund und das Öl steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Von der Industrie wird es zwar geschätzt, weil es billig und leicht zu verarbeiten ist und in so unterschiedlichen Produkten wie Lebensmitteln, Kosmetika, aber auch in manchen Treibstoffsorten verwendet werden kann. Aber in der Zivilgesellschaft steigt immer mehr das Bewusstsein, dass wir die Verwendung von Palmöl zurückdrängen müssen. Das kann nicht von heute auf morgen geschehen, aber wir brauchen eine klare Perspektive“, sagt Karin Kadenbach, die Umweltsprecherin der Europa-SPÖ. In Straßburg forderte heute, Dienstag, das Europäische Parlament in einem Initiativbericht einen Aktionsplan der EU-Kommission für nachhaltiges Palmöl. ****

„Biotreibstoff und Palmöl sind ein Widerspruch in sich. Denn der Palmölanbau führt zur Abholzung des Regenwaldes und was daran bio sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Deshalb fordert das Europäische Parlament die EU-Kommission nun dazu auf, Maßnahmen zu setzen, um nach Möglichkeit bis 2020 Palmöl aus Regenwaldplantagen als Biodiesel weitgehend abzuschaffen. Das ist deshalb wichtig, weil fast 50 Prozent des in die EU eingeführten Palmöls als Treibstoff dient. Außerdem haben wir uns für verpflichtende Mindeststandards bei der Produktion ausgesprochen und klargestellt, dass der Anbau nicht nachhaltiger Palmöl-Produktion aus EU-Mitteln nicht mehr gefördert werden soll. Wir haben uns dafür ausgesprochen, eine nachhaltige Produktion und generell eine Reduzierung des Palmölanbaus zu bewirken. Als weltweit drittgrößter Markt für Palmöl hat die EU hier Verantwortung. Das ist natürlich nur ein erster Schritt, aber wir setzen ihn in die richtige Richtung“, schließt Kadenbach.

„Palmöl ist auch handelspolitisch bedeutend. Denn wir SozialdemokratInnen fordern in allen künftigen Handelsabkommen einen Sanktionsmechanismus im Nachhaltigkeitskapitel. Um sicherzustellen, dass Umweltstandards, auf die wir uns geeinigt haben, auch umgesetzt werden“, sagt Karoline Graswander-Hainz, die handelspolitische Sprecherin der Europa-SPÖ und ergänzt: „In den Handelsgesprächen mit Indonesien, Malaysia und anderen palmölproduzierenden Staaten ist für uns klar, dass der Schutz der Lebensgrundlage indigener Völker und der Kampf gegen den Klimawandel nicht weniger zählen dürfen als der Freihandel. Täglich wird für Palmöl eine Waldfläche von 670 Fußballfeldern gefällt, das sind über 40 Prozent des weltweit gerodeten Waldes, um dort Palmöl anzubauen. Das ist unsinnig, unökologisch und raubt Menschen ihre Lebensgrundlage. Deshalb wird die Europa-SPÖ nur Handelsabkommen zustimmen, die Ländern eine andere Perspektive bietet als die Ausbeutung ihrer natürlichen Ressourcen für Billigöl“, schließt Graswander-Hainz. (Schluss) mb

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