Jahresergebnis 2016: Portfolio weiter gezielt abgebaut

Jahresergebnis der KA Finanz AG für das Geschäftsjahr 2016

Wien (OTS) -

  • Risikorelevantes Portfolio um EUR 1,1 Mrd. auf EUR 9,6 Mrd. reduziert
  • Durchschnittsrating unverändert bei A, Non Performing Loan-Ratio auf 0,1 % gesunken
  • Solide Kapitalausstattung: Gesamtkapitalquote 20,7 % - harte Kernkapitalquote 17,2 %

Die KA Finanz AG (KF) hat im Geschäftsjahr 2016 das Portfoliomanagement weiterhin aktiv fortgeführt. Neben den planmäßigen Abreifungen und Tilgungen hat die KF den fokussierten Abbau unter Bedachtnahme auf Werterholungspotenziale und Schonung der Kapitalressourcen fortgesetzt. Das risikorelevante Portfolio der KF sank im Laufe des Jahres um EUR 1,1 Mrd. auf EUR 9,6 Mrd. zum 31. Dezember 2016. Das Durchschnittsrating lag unverändert bei A, die Non Performing Loan (NPL)-Ratio sank auf 0,1 %.

Die Refinanzierungsstruktur war wie in den vergangenen Jahren kurzfristig ausgerichtet. Ein EUR 500 Mio. Covered Bond wurde im Februar 2016 ordnungsgemäß getilgt. Die staatlichen Liquiditätsgarantien unter dem Finanzmarktstabilitätsgesetz (FinStaG) betrugen unverändert EUR 4,5 Mrd. und deckten zum Jahresultimo 41 % des Senior Refinanzierungsvolumens ab.

Die KF verfügt über eine solide Kapitalausstattung von EUR 545,0 Mio., davon EUR 453,0 Mio. hartes Kernkapital gemäß Basel III. Dies entspricht einer gegenüber 2015 leicht verbesserten Gesamtkapitalquote von 20,7 % und einer harten Kernkapitalquote von 17,2 %. Damit liegt die KF auch weiterhin wesentlich über den regulatorischen Mindestkriterien.

Jahresergebnis 2016

Das UGB/BWG-Jahresergebnis nach Steuern ist mit EUR -28,0 Mio. negativ, was insbesondere auf die von der KF für Liquiditätsgarantien an die Republik Österreich geleisteten Haftungsentgelte (EUR -40,9 Mio.) sowie die zu leistenden Beiträge zum Bankenabwicklungsfonds (EUR -3,7 Mio.) zurückzuführen ist. Nach Kosten für den vorzeitigen Portfolioabbau und nach Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses besteht ein Risikopuffer aus Risikovorsorgen in Höhe von EUR 146,3 Mio. Die Bilanzsumme der KF hat sich 2016 auf EUR 11,9 Mrd. reduziert.

Haftungsentgelte

Die KF hat auch 2016 keine Kapitalmaßnahmen der Republik Österreich benötigt. Die kapitalwirksamen Unterstützungsmaßnahmen der Republik Österreich haben sich 2016 um EUR 41,1 Mio. auf netto EUR 2,09 Mrd. reduziert. Diese Reduktion war auf die von der KF im Jahr 2016 geleisteten Haftungsentgelte von EUR 40,9 Mio. für das garantierte Commercial Paper-Programm und eine staatsgarantierte Anleihe sowie auf die Reduktion einer bestehenden Bundesbürgschaft um EUR 0,2 Mio. auf nun EUR 4,2 Mio. zurückzuführen..

Die KF hat seit der Übernahme durch die Republik Österreich bis zum 31. Dezember 2016 insgesamt EUR 747,6 Mio. Brutto-Haftungsentgelte geleistet. Nach Abzug der von der Republik Österreich bis Ende 2011 geleisteten Restrukturierungsbeiträge in Höhe von EUR 210,0 Mio. ergeben sich Netto-Haftungsentgelte von EUR 537,6 Mio.

Portfoliostruktur und -abbau

Das Risikoportfolio der KF in Höhe von insgesamt EUR 9,6 Mrd. setzt sich aus EUR 4,7 Mrd. Darlehen, EUR 3,6 Mrd. Wertpapieren, EUR 0,5 Mrd. CDS/Haftungen (CDS-Risiko besteht nur mehr für Österreich) und EUR 0,7 Mrd. Zins- und Währungsabsicherungsderivaten zusammen.

Das Portfolio ist durchschnittlich mit A geratet (Skalierung nach Standard & Poor’s bzw. Fitch), wobei EUR 8,8 Mrd. bzw. 92,0 % im Investmentgrade-Bereich liegen (BBB- oder besser) und EUR 4,9 Mrd. bzw. 51,0 % im Bereich AAA/AA. Die Non Performing Loan (NPL)-Ratio ist von 1,7 % auf 0,1 % gesunken. Die stillen Lasten betragen per 31. Dezember 2016 EUR 1,15 Mrd.

Im Berichtsjahr 2016 haben sich die Risikopositionen um EUR 1,1 Mrd. reduziert, davon EUR 161,4 Mio. durch aktive Abbaumaßnahmen und weitere EUR 728,7 Mio. durch planmäßige und außerplanmäßige Tilgungen, der restliche Rückgang ergibt sich aus dem Abbau von Derivaten. Insgesamt hat die KF seit Beginn der Restrukturierungsmaßnahmen EUR 25,7 Mrd. an Risikopositionen abgebaut.

Liquidität

Das Refinanzierungsvolumen der KF (ohne Eigenmittel) beträgt zum 31. Dezember 2016 EUR 10,9 Mrd., wobei EUR 6,4 Mrd. bzw. 59 % unabhängig von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen aufgebracht werden. Nach der Einigung der Republik mit den Gläubigern der Heta Asset Resolution AG haben sich die Bedingungen für österreichische Kreditinstitute am Kapitalmarkt im zweiten Halbjahr 2016 zwar leicht gebessert, die KF hat jedoch von der Emission weiterer Anleihen vorerst Abstand genommen und sich vorwiegend am Geldmarkt und mit kurzfristigem Commercial Paper finanziert.

Ausblick

Nachdem die wesentlichen weltpolitischen Ereignisse des vergangenen Jahres (Brexit, US-Präsidentschaftswahl) zu erhöhter Volatilität auf den Märkten geführt haben und da auch die weitere politische Entwicklung der Euro-Zone aufgrund der Wahlen in Deutschland und Frankreich Unsicherheiten in sich birgt, hat die KF bereits begonnen, die Auswirkungen auf die Risikolage des Gesamtportfolios zu analysieren. Als Folge daraus wird der aktive Abbau auf die Reduktion von Portfolioteilen außerhalb der früheren Kernmärkte der KF (Österreich, die EU-Kernstaaten und die Schweiz) fokussiert sein. Planmäßig sind 2017 Abreifungen und Tilgungen in Höhe von rund EUR 912 Mio. vorgesehen. Wie in den vergangenen Jahren werden Risikopositionen unter Bedachtnahme auf Werterholungspotenziale sowie Schonung der Kapitalressourcen abgebaut.

Die Refinanzierung der KF wird weiterhin hauptsächlich kurzfristig am Geldmarkt bzw. über Commercial Paper erfolgen. Gleichzeitig sind die bestehenden und angekündigten regulatorischen Rahmenbedingungen zur Liquidität von Kreditinstituten bei einer Neuausrichtung der Refinanzierungsstruktur zu berücksichtigen.

Die KF rechnet auch 2017 mit einem negativen operativen Ergebnis, was jedoch aufgrund der soliden Kapitalausstattung keine zusätzlichen unterstützenden Kapitalmaßnahmen der Republik Österreich erforderlich machen sollte.

Der Jahresbericht ist unter
https://www.kafinanz.at/finanzberichte/jahresberichte/ verfügbar.

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