Konsumentenschutz AK Kärnten: 409.000 Euro erstritten

Rund 35.000 Anfragen bearbeitet - Erfolgreiche Bilanz für 2016 - Goach: "Beratung für alle Kärntnerinnen und Kärntner"

Klagenfurt (OTS) - Beratungen im Bereich Konsumentenschutz reißen nicht ab: Im Vorjahr verzeichnete die AK Kärnten 34.731 Anfragen. Insgesamt konnten 408.475 Euro für Konsumenten erkämpft werden. „Das kostenlose Service des AK-Konsumentenschutzes können alle Kärntner, unabhängig von einer AK-Mitgliedschaft, beanspruchen“, sagt AK-Präsident Günther Goach. Einen erheblichen Anstieg gab es bei Internetabzocke.

Im Vorjahr suchten insgesamt 34.731 Kärntner Rat und Hilfe beim Konsumentenschutz der AK Kärnten. 14.565 Mal wurden Betroffene schriftlich (Mail, Fax und Brief) beraten. 13.288 Mal wurden telefonische Auskünfte durch AK-Experten erteilt und 6.878 Mal fanden persönliche Beratungen in der Arbeiterkammer Kärnten statt.

Beim ersten Blick auf die Bilanz der zu beratenden Themen des AK-Konsumentenschutz wird schnell klar: Die Beratungszahl von 10.752 zum Thema Miet- und Wohnrecht ist eklatant hoch. „31 Prozent der Beratungen macht das Miet- und Wohnrecht aus, die Zahl kann nicht ignoriert werden – wir stehen Kärntnerinnen und Kärntner mit Rat und Tat zur Seite“, sagt AK-Präsident Günther Goach. Vorrangig geht es bei Miet- und Wohnrechtsberatungen um den Wohnungszustand bei der Rückgabe, die Maklerprovisionen, die Kautionshöhe, aber auch um die Finanzierungsbeiträge der gemeinnützigen Genossenschaften und um die Berechnung der Miete.

„Wir helfen auch bei der Überprüfung der Betriebskostenabrechnung, die für viele Bürger oftmals nicht zu lesen ist“, sagt der Leiter der AK-Konsumentenschutzabteilung Stephan Achernig und führt weiter aus:
„Auch heuer bieten wir wieder von Mai bis Ende Juli unsere Expertise beim kostenlosen Betriebskostencheck an.“

„Eine AK-Mitgliedschaft braucht man nicht, um die Hilfe des Konsumentenschutzes in Anspruch zu nehmen. Jeder Kärntner findet kostenlose Unterstützung. 60 Prozent aller Hilfesuchenden sind keine AK-Mitglieder“, sagt AK-Präsident Günther Goach.

Die zweitmeisten Anfragen an den AK-Konsumentenschutz haben 4.306 Klienten zum Thema Dienstleistungen im Jahr 2016 gestellt. Dazu zählen beispielsweise Verträge mit Handwerkern, Partnerinstituten oder Fitnesscentern. „Dienstleistungen werden oft nicht erbracht, überhöhte Preise verlangt und Vertragskündigungen nicht akzeptiert. Dann kommen wir ins Spiel, um den Konsumenten zu ihrem Recht zu verhelfen“, so Achernig.
Rund 4.000 Mal leisteten die AK-Konsumentenschützer Hilfe bei Problemen im klassischen Konsumentenschutz: Beim Kauf von Produkten. Meist gab es eine Verweigerung von Gewährleistungsrechten oder vereinbarte Lieferfristen wurden nicht eingehalten.

Beinahe 3.000 Beratungen gab es zum Thema Telekommunikation:
„Hauptsächlich handelte es sich dabei um unbeabsichtigt bestellte Abonnements, die von der Handyrechnung abgezogen wurden und erst Monate später auffielen“, so Achernig. Diese Interventionen stehen bei den AK-Experten auf der Tagesordnung. Das Fern- und Auswärtsgeschäftegesetz (FAGG) hat unter anderem diesen Problembereich weitgehend rechtlich abgesichert.

Anfragen zu Geld, Versicherungen und deren Bedingungen sowie Banken und Kredite beschäftigten die AK-Konsumentenschützer rund 2.600 Mal. Viele Klauseln sind für den Konsumenten unverständlich formuliert. Ein erheblicher Anteil der Anfragen bezog sich auf die große Differenz zwischen Soll- und Habenzinsen bei Girokonten sowie undurchsichtige Konditionen bei Krediten.

Mit Reisebeschwerden und Problemen bei Online-Buchungen setzten sich die Konsumentenschützer 2.381 Mal auseinander. „Kein Rückgang ist bei Anfragen zu Flugverspätungen zu verzeichnen – es kommt immer wieder vor, dass sich Fluglinien vor Ausgleichsleistungen drücken“, sagt Achernig.

Über 1.000 Anfragen mehr (über 44 Prozent) kamen zum Thema Internetabzocke. „Die Konsumenten werden oft mit Rechnungen von diversen Sexportalen, Auktionsplattformen und Webshops abgezockt“, klärt Achernig auf. „Die AK ist gehäuft mit Phishing-Attacken in der Beratung konfrontiert. Mit gefälschten Mails, Webseiten oder Kurznachrichten beschaffen Betrüger geheime oder heikle Daten von Nutzern. Wir warnen Empfänger dringend davor, solche Daten bekannt zu geben!“, so Goach.

Mit Preisvergleichen und Produkttests ersparte der Konsumentenschutz Verbrauchern im Jahr 2016 zudem Zeit und Geld.

Die AK Kärnten stellt zum Schutz der Konsumenten folgende Forderungen auf:

Durch gesetzliche Maßnahmen ist sicherzustellen, dass die Banken die Abhebung an allen Geldautomaten (Bankomaten) kostenlos anbieten.

Eine gesetzliche Klarstellung im Fern- und Auswärtsgeschäftegesetz (FAGG), welche ein Rücktrittsrecht bei Messekäufen beinhaltet.

Durch Gruppenklagen könnten Konsumenten, die gleichartige Ansprüche gegenüber Firmen haben, diese einfacher durchsetzen. Das im Regierungsprogramm 2008 und 2013 verankerte Vorhaben ist noch immer nicht umgesetzt.

Eine Regelung muss eingeführt werden, die die gesetzlich vorgeschriebene Verhältnismäßigkeit von Inkassokosten gewährleistet. Die Höchstsätze müssen ebenso jährlich veröffentlicht werden, um es den Konsumenten zu ermöglichen, die Höhe der Inkassospesen zu überprüfen.

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