AKS ad Bildungsstandards: „Her mit der gemeinsamen Schule!“

Die teilweise verheerenden Ergebnisse der Standardüberprüfung zeigen für die Aktion kritischer Schüler_innen eindeutig, dass es eine gemeinsame Schule aller 10 bis 14-Jährigen braucht.

Wien (OTS) - Gestern, am Dienstag, den 28. März, wurden die Ergebnisse der letzten Standardüberprüfung Deutsch (8. Schulstufe) von Bildungsministerin Hammerschmidt und dem Bifie präsentiert.

„Die Ergebnisse zeigen ja nicht wirklich einen neuen oder gar überraschenden Trend – sondern bestätigen das, was wir als Unterstützerinnen und Unterstützer von progressiver Bildungspolitik seit Jahren voraussagen: das österreichische Bildungssystem selektiert knallhart Kinder aus sozial schwächeren Familien und übervorteilt jene Schülerinnen und Schüler, die aus Akademikerfamilien kommen“, reagiert Jasmin Chalendi, Bundesvorsitzende der Aktion kritischer Schüler_innen, auf die neueste Erhebung.

Das Bifie selbst stellt drei eklatante Missstände in der Chancengerechtigkeit fest. Erstens schneiden Schülerinnen in allen abgeprüften Bereichen des Faches Deutsch besser ab als ihre männlichen Kollegen. „Wir fordern seit langem mehr Fokus auf gendersensible Aus- und Weiterbildung für alle Lehrpersonen, damit könnte man hier und in anderen Fächern, wo vielleicht die Schülerinnen schlechter abschneiden, sehr gut entgegenwirken“, stellt Chalendi fest.

Zweitens zeigt die Erhebung, dass Schüler_innen mit Migrationshintergrund gerade im Lesen und Zuhören viel schlechter abschneiden als ihre Mitschüler_innen. Das bedeutet vor allem, dass sie im Unterricht selbst viel weniger mitbekommen, da immer noch weite Teile des Lehrens auf Frontalvorträge aufbauen. „Die Lösung hier ist ganz einfach – mehr Interaktivität, kleinere Gruppen, bessere Betreuungsverhältnisse“, so Chalendi. „Mit der anstehenden Bildungsreform werden zwar erste Schritte gesetzt, aber ohne die Einbindung von uns Schülerinnen und Schülern werden keine signifikanten Verbesserungen kommen!“, fordert Chalendi weiter.

Drittens konnte festgestellt werden, dass Bildung in Österreich noch immer vererbt wird und Kinder mit Eltern, die einen universitären Abschluss erreicht haben, in allen Bereichen besser abschneiden als jene Schülerinnen und Schüler aus sozial schlechter gestellten Verhältnissen. Chalendi stellt dazu fest: „Die Lösung für dieses Problem wird von uns seit so vielen Jahren gefordert und dennoch stellen sich immer wieder konservative Politikerinnen und Politiker dagegen.“

„Wir werde aber weiter für eine gemeinsame Schule der zehn bis 14-Jährigen kämpfen, denn nur so kann das österreichische Bildungssystem gerechter werden!“, fordert Chalendi abschließend.

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