Leitl bei WKÖ-Europatag: Europa als Leuchtturm-Modell in einer unsicheren Welt stärken

WKÖ-Europatag zu 60 Jahre EWG-Vertrag – klare Vorteile der EU für Österreich – Weiterentwicklung der EU angesichts globaler Unsicherheiten und Brexit

Wien (OTS) -

„Das kleine Österreich hat durch die europäische Integration mehr Wachstum, mehr wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand und mehr Arbeitsplätze aus der Europäischen Union erzielt als durch Österreich selbst. Das zeigt, wie wichtig die Europäische Union für unser Land ist“, betonte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, beim heutigen WKÖ-Europatag zum Thema „60 Jahre EWG-Vertrag: Sind wir dabei, den EU-Binnenmarkt rückabzuwickeln?“ mit Europaparlamentarier Othmar Karas, Staatssekretär Harald Mahrer, UEAPME-Präsidentin Ulrike Rabmer-Koller sowie Christian Keuschnigg von der Universität St. Gallen, Irmfried Schwimann, stellvertretende Generaldirektorin in der EU-Kommission, und dem britischen Botschafter in Österreich, Leigh Turner. Noch wichtiger als der ökonomische Nutzen seien die europäischen Werte wie Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit, die Europa zu einem Leuchtturm-Modell gemacht hätten, betonte Leitl „Die intelligenteste politische Idee in der Geschichte der Menschheit war die Gründung der Europäischen Union.“

 Angesichts der globalen Herausforderungen, aber auch des Brexit-Votums müsse die EU nun weiterentwickelt werden. „Wir brauchen ein Modell, das die Vielfalt und Einheit Europas widerspiegelt. Es genügt nicht, dass Europa unsere Lebensversicherungspolizze ist. Wir müssen uns in der globalen Welt noch stärker positionieren, damit die EU auch in Zukunft als Leuchtturm-Modell in einer unsicheren Welt fungieren kann. Auch die Wirtschaft kann und sollte hier eine wichtige Rolle spielen“, so Leitl. Wichtig sei auch, dass sich die EU stärker um die „großen Probleme“ kümmere, so der WKÖ-Präsident mit Verweis auf das Problem Überregulierung insbesondere auch durch europäisches Recht. In Bezug auf den Brexit stellte er fest: „Wie immer sich das Vereinigte Königreich politisch entscheidet: Wir erwarten, dass die ökonomischen Fäden nicht zerschnitten, sondern gestärkt werden.“

 „EU geh‘ voran – wir brauchen Dich!“, appellierte Europaparlamentarier Othmar Karas in seiner Key Note. Herausforderungen wie Terror, Migration, aber auch die wirtschaftlichen Herausforderungen infolge der Finanzkrise 2008/2009 könne kein Land alleine bewältigen. „Die EU muss sich nicht neu erfinden. Wir müssen nur die Ereignisse, die sich uns stellen, mit einem Verständnis des Miteinander angehen.“ Der Binnenmarkt sei „das Herzstück der EU und auch eine Teilantwort auf die Globalisierung. Und der Binnenmarkt ist ein guter Ausgangspunkt, um die EU weiterzuentwickeln“, so Karas. Die im Binnenmarkt „nach wie vor bestehenden Fesseln“ würden rund 3 Prozent des BIP ausmachen, deren Auflösung könnten also einen beträchtlichen wirtschaftlichen Schub auslösen.

 Staatssekretär Harald Mahrer betonte in seiner Key Note: „Die Chance Europas liegt in der Innovationskraft von rund 500 Millionen Bürgerinnen und Bürgern und auf diese Kraft müssen wir setzen. Dabei müssen wir mit Konzepten der Zukunft arbeiten statt mit Ideen der Vergangenheit und groß in den großen Dingen sein, statt uns in Kleinstdetails zu verlieren. Wir brauchen eine gemeinsame Zukunftsperspektive für Europa und seine Mitte, um die Menschen wieder stärker für die europäische Idee zu begeistern. Von dieser Idee haben die Unternehmen und die Menschen in Österreich profitiert und das soll auch so bleiben.“

 „Österreichs kleine und mittlere Unternehmen haben außerordentlich von der EU profitiert“, betonte auch die Präsidentin des Europäischen KMU- und Handverbands UEAPME, WKÖ-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller, die auch am europäischen Sozialpartner-Gipfel anlässlich 60 Jahre Römische Verträge vergangenen Freitag in Rom teilgenommen hatte. Dank der diversen EU-Integrationsschritte zwischen 1989 und 2015 habe Österreichs Wirtschaftswachstum kumuliert, um zusätzlich 28,5 Prozent zulegen können. Das entspricht einer zusätzlichen Wertschöpfung von rund 63 Milliarden Euro. „Nachdem die Vorteile der EU für unsere Wirtschaft klar überwiegen, ist es unerlässlich, den Binnenmarkt zu stärken und zu sichern, damit diese Vorteile auch zukünftig genutzt werden können“, so Rabmer-Koller. (PWK255/SR)

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