Hofburg-Gespräch: Landau sieht große Ermutigung für Ehrenamtliche

Bundespräsident Van der Bellen lud Vertreter von Caritas, Diakonie, Rotem Kreuz und Ärzte ohne Grenzen zu Austausch und lobte Arbeit der Hilfsorganisationen - Caritaspräsident appelliert im "Kathpress"-Interview an politisch Verantwortliche: "Wahlkampfmodus wieder ausschalten"

Wien (KAP) - Als große Ermutigung an die Hilfsorganisationen und vor allem die zehntausenden Freiwilligen, die sich im sozialen und humanitären Bereich im In- und Ausland engagieren, hat Caritaspräsident Michael Landau gegenüber "Kathpress" die jüngste Initiative von Bundespräsident Alexander Van der Bellen gewürdigt. Der Bundespräsident hatte am Montagvormittag kurzfristig Vertreter von Caritas, Rotem Kreuz, Diakonie und Ärzte ohne Grenzen zum Gedankenaustausch in die Hofburg eingeladen.

"Ich habe betont, dass die Arbeit der NGOs als Teil der Zivilgesellschaft nicht hoch genug einzuschätzen ist", so Van der Bellen im Anschluss an die Begegnung via Facebook. "Sie helfen dort, wo andere nicht mehr helfen können, sie lassen niemanden alleine:
seien es Menschen, die in einer sozial schwierigen Lage sind, Menschen auf der Flucht, seien es Pflegebedürftige oder Menschen, die nach Unfällen in Lebensgefahr sind."

Im Sinne des Zusammenhalts der Gesellschaft "verdient die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen unsere Anerkennung und Wertschätzung", so Van der Bellen und weiter wörtlich: "Wir brauchen Menschen, die sich für andere einsetzen. Dieses Engagement gehört ermutigt. Ich habe den Vertretern der Hilfsorganisationen daher heute für ihre unermüdliche und engagierte Arbeit herzlich Danke gesagt."

Wie Caritaspräsident Landau gegenüber "Kathpress" sagte, habe bei dem Gespräch im Hinblick auf die Flüchtlinge Konsens darüber bestanden, "dass die Menschen nicht kommen, weil man sie einlädt, sondern weil sie um ihr Leben fürchten und in Not sind". Solange die Hilfe in den Herkunftsländern nicht funktioniert und/oder der Waffenhandel zurückgeht, würden sich die Menschen auf den Weg machen.

Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass die Helfer für Not verantwortlich sind. Das wäre ein "hochproblematisches Signal", so Landau in Richtung der politisch Verantwortlichen. Er warnte in diesem Sinne auch eindringlich vor eine "Entsolidarisierung der Gesellschaft" und vor einer weiteren Verrohung der Sprache. Beiden Tendenzen gelte es entgegenzuwirken.

Landau appellierte an alle politisch Verantwortlichen im Land, "den Wahlkampfmodus wieder abzuschalten". Die Hilfsorganisationen dürften nicht zum "parteipolitischen Spielball" werden. Die Politik sollte weniger Energie darauf verwenden, den Gegner oder auch Partner auszubremsen, und sich mehr den zentralen Herausforderungen stellen; die da beispielsweise wären: "Arbeit, von der man leben kann, leistbarer Wohnraum, Zugang zur Bildung für alle oder eine ausreichende Pflege- und Gesundheitsversorgung."

Lob kam vom Caritaspräsidenten auch für Van der Bellens Wunsch, sich künftig regelmäßig mit den Hilfsorganisationen auszutauschen. Der Bundespräsident wolle damit ein Zeichen setzen, dass eine lebendige Zivilgesellschaft zum eine nicht selbstverständlich, zum anderen aber für die Zukunft Österreichs und Europas unerlässlich sei.

((ende)) GPU/FAM
Copyright 2017, Kathpress (www.kathpress.at). Alle Rechte vorbehalten

Rückfragen & Kontakt:

Kathpress
Dr. Paul Wuthe
(01) 512 52 83
redaktion@kathpress.at
https://www.kathpress.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0001