Stadträtin Sima und VCÖ: „Fahrgäste der Wiener Öffis umrunden täglich 284 Mal die Erde“

VCÖ-Mobilitätspreis sucht innovative Projekte für umweltfreundliche Mobilität

Wien (OTS) - Bereits 73 Prozent der Alltagswege legen die Wienerinnen und Wiener mit Öffis, zu Fuß und mit Rad zurück. Allein mit den Öffis werden pro Jahr 4,15 Milliarden Personenkilometer gefahren, die Fahrgäste vermeiden im Vergleich zum Pkw-Verkehr 713.500 Tonnen CO2. Stadträtin Ulli Sima und der VCÖ gaben heute den Startschuss für den diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis Wien, bei dem heuer Projekte sowie Konzepte und Ideen für eine klimaverträgliche Mobilität und einen nachhaltigen Gütertransport gesucht sind.

„Wien hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2025 ganze 80 Prozent aller Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Öffentlichen Verkehr zurückgelegt werden. Heute sind es bereits 73 Prozent, wir sind auf gutem Wege“, stellt Öffi- und Umweltstadträtin Ulli Sima fest. Die Öffis sind der Schlüssel für nachhaltige Mobilität. In Wien gibt es mehr Öffi-Jahreskarten, nämlich 733.000, als zugelassene Autos. Und mit 954,2 Millionen Fahrgästen verzeichneten die Wiener Linien im Vorjahr einen neuen Rekord.

Fahrgäste der Wiener Öffis umrunden täglich 284 Mal die Erde

Die Bilanz des Öffentlichen Verkehrs in Wien kann sich sehen lassen: Pro Jahr werden rund 4,15 Milliarden Personenkilometer mit den Öffis zurückgelegt. Oder anders formuliert: „Die Fahrgäste der Wiener Öffis umrunden täglich 284 Mal die Erde“, verdeutlicht Öffi-Stadträtin Sima. Werden 4,15 Milliarden Personenkilometer mit dem Pkw gefahren, werden in der Gesamtbilanz dadurch 910.500 Tonnen CO2 verursacht, die Öffis hingegen kommen auf lediglich 197.000 Tonnen CO2. Die Wiener Öffis vermeiden damit im Vergleich zum Pkw-Verkehr rund 713.500 Tonnen CO2. Für den einzelnen Fahrgast heißt das: Wer mit Öffis fährt statt mit Pkw reduziert die persönlichen CO2-Emissionen um 80 Prozent.

Die Umweltbilanz des Öffentlichen Verkehrs wird in Zukunft noch besser werden. So spart die neue Busflotte der Wiener Linien im Vergleich zur älteren Busgeneration 20 Prozent an Energie ein. Allein diese Einsparung entspricht dem jährlichen Energiebedarf von 5.000 Pkw. „Im Jahr 2017 investiert die Stadt Wien insgesamt 413 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung der Öffis“, informiert Öffi-Stadträtin Sima.

Wien Spitzenreiter bei der E-Mobilität

Österreichweit werden rund 17 Prozent der Kilometer mit Strom gefahren, in Wien ist der Anteil der E-Mobilität dank des Öffentlichen Verkehrs doppelt so hoch, macht der VCÖ aufmerksam. Auch dem Ziel der erdölfreien Mobilität ist Wien im Bundesländer-Vergleich am nächsten. Rund 40 Prozent der Kilometer werden in Wien bereits erdölfrei zurückgelegt, österreichweit sind es nur 19 Prozent.

Zudem sind die Wienerinnen und Wiener im Bundesländer-Vergleich am umweltfreundlichsten mobil, wie Daten des Umweltbundesamts zeigen. Ohne sogenannten Kraftstoffexport beträgt der CO2-Ausstoß pro Kopf außerhalb Wiens 2.020 Kilogramm, in Wien ist dieser mit 1.180 Kilogramm deutlich niedriger.

VCÖ-Mobilitätspreis Wien sucht Projekte und Ideen für klimaverträgliche Mobilität

43 Prozent von Wiens CO2-Emissionen verursacht der Verkehr, der damit in Wien der größte Emittent von Treibhausgasen ist. Während es gelungen ist, im Gebäudebereich (Raumwärme) die CO2-Emissionen seit dem Jahr 1990 auf fast die Hälfte zu verringern, nahmen die CO2-Emissionen des Verkehrs im gleichen Zeitraum um rund 59 Prozent zu. Aber immerhin, seit dem Jahr 2005 hat es einen Rückgang von zwölf Prozent gegeben. Die CO2-Emissionen werden auf Basis des in Wien getankten Treibstoffs ermittelt.

„Jedes Unternehmen, jeder Bezirk, jede Uni und Schule, jeder Verein und auch jeder und jede Einzelne kann einen Beitrag zu einem klimaverträglicheren Mobilitätsverhalten leisten. Wenn wir gemeinsam für mehr Klimaschutz im Verkehr aktiv werden, kommt unsere Stadt dem Klimaziel einen großen Schritt näher. Deshalb steht der VCÖ-Mobilitätspreis Wien heuer unter dem Motto ‚Klimaverträglich mobil‘“, erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Das UN-Klimaabkommen von Paris bedeutet den weltweiten Ausstieg aus fossilen Energieträgern, wie Kohle und Erdöl, bis zum Jahr 2050. Die Erreichung dieses Ziels ist wichtig, um die globale Erderwärmung unter 2 Grad Celsius zu halten. Während bereits 82 Prozent der mit Wiener Öffis gefahrenen Kilometer e-mobil zurückgelegt werden, sind es im Kfz-Verkehr weniger als ein Prozent.

Der VCÖ-Mobilitätspreis Wien wird vom VCÖ gemeinsam mit der Stadt Wien und den ÖBB durchgeführt und von der Gesiba unterstützt. Vorbildliche Projekte für eine klimaverträgliche Mobilität und einen nachhaltigen Gütertransport werden mit dem VCÖ-Mobilitätspreis vor den Vorhang geholt und bekannt gemacht.

Peter Ullrich von der ÖBB-Infrastruktur stellt fest: „Urbane Räume wachsen: Dieser Entwicklung tragen wir gemeinsam mit dem Verkehrsministerium und der Stadt Wien Rechnung. Bis zum Jahr 2025 investieren wir daher gemeinsam in die Zukunft der Schnellbahn in Wien. Im Zentrum dabei steht die Attraktivierung der Verbindungsbahn zwischen Hütteldorf und Meidling mit zwei neuen Haltestellen und der Erneuerung der bestehenden Haltstelle Speising zu einer leistungsfähigen Schnellbahn in Wien. Damit wird die Basis für eine Taktverdichtung und damit viermal mehr Züge je Stunde und Richtung als heute für diesen Bereich geschaffen. Diese neue West-Ost-Verbindung quer durch die Stadt bietet den Fahrgästen schließlich einen komfortablen Schnellbahn-Verkehr. Denn der Ausbau schafft wichtige Verknüpfungen zu allen fünf Wiener U-Bahn-Linien. Zudem sichert die Anbindung an die großen Bahnknoten Wien Hauptbahnhof und Wien Meidling enormes Potential für den öffentlichen regionalen Einzugsverkehr aus dem Westen Wiens. Für die ÖBB Infrastruktur AG ist das Projekt ein wesentlicher Schritt für eine neue Schnellbahn-Qualität für Wien.“

Eine zunehmend größere Bedeutung spielt auch im Verkehr die Digitalisierung. Die Digitalisierung kann als Treiber für eine klimaverträgliche Mobilitätswende genutzt werden. So erleichtern beispielsweise Apps das Kombinieren verschiedener Verkehrsmittel oder das Carsharing. Es werden heuer auch viele Projekte und Konzepte von Start-Ups erwartet.

Neben bereits umgesetzten Projekten sind heuer auch Forschungskonzepte, Ideen und Visionen für eine klimaverträgliche Mobilität der Zukunft beim VCÖ-Mobilitätspreis Wien gefragt. Studierende sowie Schülerinnen und Schüler der (Fachhoch)Schulen sind aufgerufen, ihre Ideen und Konzepte beim VCÖ-Mobilitätspreis Wien einzureichen. „Nicht alle, die ein tolles Konzept erstellen, haben die Möglichkeit, diese umzusetzen. Wir wollen mit dem VCÖ-Mobilitätspreis auch eine Brücke bauen zwischen jenen, die gute Ideen haben, und denen, die die Möglichkeit haben, diese Ideen umzusetzen“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest. Einreichfrist ist der 7. Juni, Einreichunterlagen und nähere Informationen gibt es beim VCÖ unter (01) 8932697 und im Internet unter www.vcoe.at

Die eingereichten Projekte werden von einer Fachjury bewertet, im September werden die Gewinnerinnen und Gewinner von Stadträtin Uli Sima, dem VCÖ und den ÖBB ausgezeichnet. Zudem haben die beim VCÖ-Mobilitätspreis Wien eingereichten Projekte und Konzepte die Chance, auch beim VCÖ-Mobilitätspreis Österreich ausgezeichnet zu werden.

VCÖ-Mobilitätspreis Wien - Die bisherigen Gewinnerinnen und Gewinner

o Jahr 2016: BOKU-Bikes, Schulterblick–Die Wiener Radfahrschule; Sonderpreis Mariahilfer Straße NEU
o Jahr 2015: Elfride–Carsharing und SPEEDY Fußwegeplan
o Jahr 2014: Verein „Wohnprojekt Wien“
o Jahr 2013: Carsharing 24/7
o Jahr 2012: Lastenfahrradtransport – Heavy Pedals
o Jahr 2011: ABC Consulting, Projekt „Com-o Ver“
o Jahr 2010: A1 Telekom Austria „Telepresence“ und SPAR „Einkaufsmobilität“
o Jahr 2009: Transportservice des ReparaturNetzwerks
o Jahr 2008: Bezirk Landstraße - „Landstraßer Durchgänge“
o Jahr 2007: Bike-City Wien-Leopoldstadt
o Jahr 2006: Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) – „compano“
o Jahr 2005: Landespolizeikommando Wien
o Quelle: VCÖ 2017

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Stefan M. Fischer
Mediensprecher
Geschäftsgruppe Umwelt und Wiener Stadtwerke
Stadträtin Mag. Ulli Sima
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Christian Gratzer
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