NEOS: Finanzierung von CT-/MRT-Untersuchungen auf neue Beine stellen

Gerald Loacker: „Es braucht eine Gesamtkostensicht des Gesundheitssystems - es darf nicht nur auf die möglichst geringen Kosten der Sozialversicherung geschaut werden“

Wien (OTS) - Heute findet eine weitere Verhandlungsrunde zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und der Wirtschaftskammer statt, um die Finanzierung von CT-/MRT-Untersuchungen neu zu regeln. NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker verlangt endlich eine Lösung im Sinne der Patientinnen und Patienten. „Der Hauptverband hat bisher nur eine bestimmte Anzahl an Untersuchungen bezahlt“, benennt Loacker das Kernproblem. „Wenn diese Zahl ausgeschöpft ist, müssen die Patienten entweder wochenlang warten oder selbst in die Tasche greifen.“ Je nach Bundesland und Kasse warten Versicherte derzeit bis zu 12 Wochen auf ihre MR-Untersuchung. Loacker sieht hier vor allem ein soziales Problem: „Wer genug Geld hat, ist zusatzversichert oder bezahlt die Untersuchung privat. Auf der Strecke bleiben die finanziell Schwächsten in unserer Gesellschaft, die sich das nicht leisten können.“ Loacker verlangt daher, der Hauptverband müsse auf den Deckel für die bezahlten Untersuchungen verzichten, andernfalls werde „die Sozialversicherung zur veritablen Asozialversicherung.“ 

Gerald Loacker verweist auch auf die Kosten solcher Untersuchungen: „Während die Sozialversicherung einem niedergelassenen Radiologen rund  150 Euro bezahlt, kostet eine MR-Untersuchung im Hanusch-Krankenhaus der WGKK mehr als 400 Euro. Und die Wartezeit auf eine Untersuchung im Hanusch-Krankenhaus liegt auch bei 12 Wochen.“ Darüber hinaus bestätige die GÖG, dass ein niedergelassener Radiologe mit seiner Apparatur doppelt so viele MR-Untersuchungen durchführe wie ein öffentliches Spital. Es sei daher wirtschaftlich sinnvoll, den niedergelassenen Bereich zu stärken, so Loacker. „Gemacht hat der Hauptverband das Gegenteil. Die Honorierung der Ärzte wird jedes Jahr deutlich unter der Inflationsrate angepasst. Und trotz Bevölkerungswachstum zahlen die Kassen immer noch gleich wenige Untersuchungen wie 2009. Den Verantwortlichen im Hauptverband ist egal, wer wie lange wartet. Hauptsache, die Kosten fallen nicht bei der Sozialversicherung an, sondern beim Spitalsträger oder beim Privatpatienten“, wirft Loacker dem Hauptverband vor, auf dem Rücken der Patienten zu sparen.

Gerald Loacker vermisst eine Gesamtkostensicht: „Wer auf seine Untersuchung warten muss, ist oft länger im Krankenstand, der Gesundheitszustand verschlechtert sich. Diese Belastung trifft die Versicherten und erhöht die Kosten später folgender Spitalsbehandlungen. Der Hauptverband bewertet aber nur die Kosten der Sozialversicherung, nicht die des Gesundheitssystems oder der Volkswirtschaft insgesamt“, so der NEOS-Gesundheitssprecher abschließend.

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