Tierschutzgesetz: Großdemos in Wien, Graz, Bregenz mit 50 teilnehmenden Organisationen

Daueranbindehaltung von Rindern, betäubungslose Ferkelkastration, Aufhebung der Kastrationspflicht für Freigängerkatzen: Proteste bundesweit

Wien (OTS) - Am 29. März 2017 soll das geplante Tierschutzgesetz dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden. Zwar wurden zuletzt doch noch Verbesserungen eingefügt, so wurde das Aussetzen von Zuchttieren für die Jagd verboten, ebenso das Würgehalsband bei Hunden, und es gibt jetzt eine Chippflicht für Zuchtkatzen. Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ganz wesentliche Aspekte in diesem Gesetz verschlechtert oder einfach weggelassen wurden. Viele Tierschutzorganisationen bundesweit fordern daher Nachbesserungen. Am 25. März 2017 gab es große Demoumzüge für ein echtes Tierschutzgesetz mit über 500 TeilnehmerInnen aus mehr als 40 Organisationen in Wien, fast 200 in Graz und mehr als 50 in Bregenz. In Innsbruck hat eine entsprechende Kundgebung schon am Vortag stattgefunden.

Der Tierschutzrat hat noch diese Woche spontan mehrheitlich beschlossen, die neue Tierschutzministerin aufzufordern, die weitreichenden Ausnahmen von der Daueranbindehaltung von Rindern aus dem Gesetz zu nehmen oder sie wenigstens einer behördlichen Bewilligungspflicht zu unterwerfen. Zusätzlich betonen Tierschutzorganisationen, dass es ein Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration wie z.B. in Deutschland ab 1. Jänner 2019 geben muss. Doch die geplanten Änderungen der 1. Tierhaltungsverordnung, in der das stehen müsste, hat man entgegen bisheriger Gepflogenheiten nicht veröffentlicht.

VGT-Obmann Martin Balluch sprach heute vor dem Parlament zur Kundgebung in Wien: „Wenn die Politik nicht zuhört und den Tierschutz als politisches Thema zu ignorieren versucht, dann werden wir eben eine Partei für Tiere gründen. In Holland hat eine solche Partei bei den Wahlen kürzlich 3,5 % und damit 5 Sitze im Parlament erreicht, in Australien ist sie ebenfalls im Parlament vertreten. Auch im EU-Parlament gibt es Abgeordnete, die ausschließlich im Namen der Tiere gewählt worden sind. Sehr vielen Menschen ist Tierschutz heute wichtig genug, um dafür ihre Stimme bei der Wahl einzusetzen. Tierschutz ist ein politisches Thema und als Staatsziel in der Verfassung. Vielleicht braucht es eine Partei für die Tiere, um die Volksvertretung im Parlament diesbezüglich endlich aufzuwecken.“

Rückfragen & Kontakt:

VGT - Verein gegen Tierfabriken
DDr. Martin Balluch
Kampagnenleitung
06764668409
medien@vgt.at
http://vgt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VGT0001