SPÖ-Klubtagung (2): Wien setzt im Ballungsraum auf Bildungs-Grätzl

Bildungsstadtrat Czernohorszky präsentiert Ergänzung zu Campus-Schulen; Gesundheitsstadträtin Frauenberger gibt Ausblick auf KAV-Zukunft

Wien (OTS/RK) - Wien will bestehende Bildungsstrukturen im Ballungsraum nutzen und zu „Bildungs-Grätzln“ vernetzen. Dieses Konzept hat Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz am Rande der Klubtagung der Wiener SPÖ in Floridsdorf vorgestellt. Nach Vorbild der Campus-Schulen sollen künftig auch in dicht verbauten Gebieten verschiedene Institutionen enger kooperieren und symbiotisch von einander profitieren. Kindergärten, Volksschulen, Neue Mittelschulen (NMS), die in eigenen Gebäuden – aber in räumlicher Nähe zueinander – untergebracht sind, sollen künftig enger kooperieren. Damit würden auch Verwaltungskosten eingespart. Czernohorszky wusste von 90 Standorten, an denen Volksschule und NMS nahe beisammen liegen – an 20 Standorten sei auch ein Kindergarten der MA 10 in der Nähe. Ein erstes Pilotprojekt werde in der Spielmanngasse im 20. Bezirk umgesetzt. Hier würden neu geschaffene Klassen der Neuen Mittelschule direkt an die beiden bestehenden Volksschulen angedockt. SchülerInnen lernten demnach künftig von sechs bis 14 Jahren durchgängig an einem Bildungsstandort. Diese Grätzl-Schulen sollen auch mit anderen Institutionen vor Ort zusammenarbeiten, als Beispiele nannte Czernohorszky Hallenbäder, Büchereien und Volkshochschulen.

Auch im Sommer solle das integrative Bildungskonzept weiterentwickelt werden und in Sommerschulen Lernangebote mit Unterhaltung vernetzen. Diese „summer schools“ sollen bereits in diesem Sommer starten. Daneben solle gezielte „Burschenarbeit“ einer möglichen Radikalisierung vorbeugen. Für radikale Ideen anfälligen, jungen Männern solle ein „starkes, selbstbewusstes Männerbild vermittelt werden“, das sie gegen „radikale Verführer“ immunisieren solle.

KAV bekommt neue Struktur, bleibt in Stadt-Eigentum

Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger äußerte sich zur geplanten Strukturreform des Krankenanstaltenverbundes (KAV). Dafür habe sie sich einen „ehrgeizigen Zeitplan“ gesetzt. Das „Wie“ der neuen Organisationsform solle „bis Ende Mai“ stehen, dann würden weitere Schritte mit Personalvertretung und dem grünen Koalitionspartner diskutiert. Möglich seien mehrere Optionen. Fix sei allerdings: Der KAV werde „nie, nimmer und nicht“ privatisiert. Viel mehr wolle Frauenberger gemeinsam mit allen Playern eine Struktur für den KAV schaffen, der ihm Finanz- und Personalhoheit ermögliche, aber „zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt“ verbleibe.

(Forts.) ato/esl

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