Rasender Stillstand: Zeit als Produktions- und Heilungsfaktor im Krankenhaus

Über die Auswirkungen des Zeitsparens im Krankenhaus diskutierten Experten beim 14. Forum Hospital Management in Wien

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Wien (OTS) - Mit dem Faktor Zeit als Produktions- und Heilungsfaktor im Krankenhaus beschäftigte sich das 14. Forum Hospital Management, das gestern, Mittwoch, im Studio 44 der Wiener Lotterien stattgefunden hat. Auf Einladung von AKH Wien, Vinzenz Gruppe, Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger und WU Executive Academy diskutierten Expertinnen und Experten aus Medizin und Wirtschaft über das Thema Zeit im Krankenhaus aus den verschiedensten Blickwinkeln. Eröffnet hat die Tagung der deutsche Philosoph und Bestsellerautor Univ.-Prof. Dr. Rüdiger Safranski.

„Zeit ist im Gesundheitswesen eine Schlüsselressource“, erklärte Dr. Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe bei der Eröffnung. „Zeit ist ein Thema sowohl für die Patienten, die diese zur Heilung brauchen als auch für jene, die mit Patienten arbeiten. Und natürlich hätten wir in unseren Krankenhäusern gerne mehr davon.“ Heinisch weist darauf hin, dass Zeit auch ein wichtiger Reformmotor ist: „In den 60er Jahren haben Patienten rund 25 Tage im Krankenhaus verbracht; heute sind es durchschnittlich sieben Tage und weniger.“ Dies führte zu massiven Prozess- und Strukturinnovationen.

Diese Entwicklung sei unter anderem darauf zurück zu führen, dass die Medizin eine enorme Innovationsrate aufweise, betont DI Herwig Wetzlinger, Direktor der Teilunternehmung AKH Wien: „Das medizinische Wissen verdoppelt sich durchschnittlich alle fünf Jahre. Damit können wir den Patientinnen und Patienten viel gesunde Lebenszeit geben.“

Die Zeitrhythmen werden immer kürzer, das Rad dreht sich immer schneller – das verunsichert viele, fasst Dr. Johannes Steyrer, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsinstituts Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie der WU-Wien zusammen.

So manchen Reformbedarf in der Gesundheitsversorgung ortet Dr. Josef Probst, Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. „Die Ansprüche an die zeitliche Verfügbarkeit von Behandlungsmöglichkeiten sind gestiegen und kleine Organisationsformen werden alleine die erforderliche umfangreiche Betreuung nicht mehr schaffen. Notwendig ist das Arbeiten in multiprofessionellen Teams und Netzwerken. Dies gilt vor allem für die besonders wichtige Primärversorgung. Unakzeptabel ist auch ein problematisches Phänomen bei den Wartezeiten auf CT- und MR-Untersuchungen: Patienten, die privat zahlen, werden vorgereiht. Diese Diskriminierung von Kassenpatienten muss beendet werden. Der Ökonomisierung der Warteschlange im Gesundheitswesen muss Einhalt geboten werden.“ 

Eine Zusammenfassung der Vorträge und Fotos finden Sie unter www.vinzenzgruppe.at

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