SP-Klubtagung – Häupl (1): „Gesamtkunstwerk Wien für alle BürgerInnen ausbauen!“

„Wien besser machen. Arbeit für die Zukunft“: Tagung des Rathausklubs der SPÖ Wien im Floridsdorfer „Colosseum“

Wien (OTS/SPW) - „Wien besser machen, heißt für Wien arbeiten. Das ist etwas, dass ich für unabdingbar notwendig halte. Wir haben uns vorgenommen zu arbeiten, deshalb gibt es von mir kein Wort zu irgendeiner Personaldebatte“, stellte der Wiener SPÖ-Vorsitzende, Bürgermeister Dr. Michael Häupl, gleich zu Beginn bei der Tagung des Rathausklubs der SPÖ Wien in Floridsdorf am Donnerstag klar.****

Als Rahmen für seinen anschließenden Redebeitrag wählte Häupl in weiterer Folge die künftigen Entwicklungsschritte des Wiener Neujahrsbabys Amelie. Insgesamt habe Wien 2016 den höchsten Geburtenüberschuss seit der Nachkriegszeit verzeichnet, um 5.000 Geburten mehr als Sterbefälle. „Das ist ein Symbol dessen, dass man sich gut fühlt in der Stadt“, so Häupl. Für die Politik bedeute das, auch in Zukunft sicherzustellen, dass das Gesamtkunstwerk Wien für alle BürgerInnen entsprechend ausgebaut wird“.

Bei den Kindergrippen verfüge Wien mittlerweile über einen Versorgungsgrad von 47 Prozent: „Bei den Ein- bis Dreijährigen sind es 75 Prozent. Das gibt es sonst nirgends“, stellte Häupl fest. Warum das so wichtig ist, erkenne man an der Frauenerwerbsquote. Diese sei mit 78 Prozent die höchste in Österreich und in Europa. „Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie", so Häupl.  Die Tatsache, dass in Wien Frauen überproportional in den Arbeitsmarkt zurückkehrten, sehe er positiv, "weil wir der Überzeugung sind, dass Frauen selbstbestimmt und unabhängig leben können sollen“, stellte Häupl klar. Je besser das Kinderbetreuungsangebot, desto besser für Frauen, denn so können sie eher ins Berufsleben zurückkehren.

Bei den Kindergartenplätzen habe Wien mittlerweile 86.000, jährlich kommen 3.000 hinzu. Bei den Drei- bis Sechsjährigen betrage der Versorgungsgrad mittlerweile 100 Prozent. „Der Kindergarten ist in Wien die erste Bildungseinrichtung und nicht bloß eine Garderobe, bei der man Kinder abgibt. Wir bekennen uns zu Bildungseinrichtungen ohne soziale Schranken. Darum ist der Kindergarten beitragsfrei, so wie auch die Universitäten sein sollten,“ unterstrich Häupl.

In den Kindergärten gebe es bereits 250 SprachlehrerInnen. Man stelle die Ausbildung von PädaogInnen um, um Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung einfließen zu lassen. „Denn gerade im Kindergartenalter sind Kinder am neugierigsten und am meisten aufnahmefähig. Neugierde ist eine der wesentlichsten Triebfedern: Wir müssen die Kinder fördern und dürfen ihnen die Neugierde nicht nehmen“, so Häupl. In Wien betrage die Anzahl der Schließtage in den Kindergärten nicht umsonst 3,2 Tage. In den Bundesländern sind es bis zu 55 Tage. „Hier in Wien wird Sozialpolitik, Arbeitsmarktpolitik und vor allem Bildungspolitik gemacht. Das unterscheidet uns von den Konservativen und das ist nicht selbstverständlich“, betonte Häupl.

Es gebe auch eine Verantwortung für die Zukunft bei der Angebotsverstärkung und Qualitätskontrolle. „Ein erheblicher Teil der Fehlhandlungen in privaten Kindergärten wurden von unseren Leuten aufgedeckt und sanktioniert. Wir werden diese Kontrolle verstärken. Wir werden uns die Kindergärten von Opus Dei genauso anschauen, wie die islamischen. Auch dort muss Elementarpädagogik im Vordergrund stehen und nicht Religionsvermittlung. Wenn das nicht so ist, dann entspricht das nicht unseren Qualitätskriterien“, so Häupl.

Das Schulsystem sei leider immer noch eine Institution, die Kindern die Neugierde nehme. Wien habe 225.000 SchülerInnen, davon 4.400 Flüchtlingskinder, von denen ein erheblicher Teil eine andere Muttersprache spreche: „Die Kenntnis der deutschen Sprache ist unerlässlich für das Leben in der Stadt. Es kommt nicht darauf an, wo die Mutter geboren ist, sondern dass das Kind Deutsch kann, um dem Unterricht zu folgen. Deshalb gibt es in Wien eine entsprechende Sprachförderung – zuerst im Kindergarten und spätestens in den Volksschulen.“

Die gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen mit verschränktem Unterricht, ganztägiger Betreuung und Leistungsgruppen sei die beste Schulform. Häupl riet den „Konservativen dieser Welt“ einen Urlaub in Südtirol zu verbringen, um sich das dortige Schulsystem anzuschauen: „Dort gibt es dieses System. Man muss sich von der Schwermut der Ideologie des 19. Jahrhunderts lösen, dann bringt man in der Bildungspolitik etwas zusammen.“

Häupl bekundete völlige Unterstützung für die Reform der Schulverwaltung, aber diese sei letztlich nicht entscheidend: „Entscheidend ist, was sich in den Klassen für die SchülerInnen und die LehrerInnen ankommt und was es an Verbesserungen bringt.“ Er gehe davon aus, dass regionale Lösungen entsprechend umgesetzt werden. Es brauche jedenfalls nicht nur eine Behördenreform, sondern flächendeckend die gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen.

Bei der Berufsausbildung sei der Erhalt des dualen Ausbildungssystems ganz wichtig. Es brauche aber viel Überzeugungskraft gegenüber der Wirtschaft. Dort ortete Häupl eine Zurückhaltung gegenüber der Beitragsleistung bei der Ausbildung. Auch müsse die Qualitätskontrolle verstärkt werden. Ebenso gelte es, die politische Betreuung der Lehrlinge zu verstärken. 

Häupl betonte auch, dass es in den kommenden zwei Tagen aus seiner Sicht ausschließlich darum gehen solle, sich der Frage zu widmen, wie die Wiener SPÖ Wien besser machen könne. Und zwar gemeinsam.

HINWEIS: Unter http://bit.ly/2mvxURe steht laufend aktualisiertes Fotomaterial von der Klubtagung zum Download bereit. (Forts.) tr

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ Wien
Lisa Fuchs, MSc
Tel.: 0676/4423235
lisa.fuchs@spw.at
http://www.spoe.wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DSW0001