AKS: Autonomiepaket geht in die nächste Runde – wann werden endlich Schüler_innen miteinbezogen?

Aktion kritischer Schüler_innen begrüßt Cluster-Schulen, lehnt aber Autonomie bei der Lehrpersonenauswahl weiterhin vehement ab.

Wien (OTS) - Am heutigen Freitag wurde der Gesetzesentwurf für das Autonomiepaket bei einer Pressekonferenz präsentiert. Dieses Paket ist ein großer Schritt in der Bildungspolitik und bringt einige strukturelle Neuerungen mit sich. „Es ist sehr positiv zu beurteilen, dass die Regierung die Bildungsreformen weiter forciert und konkrete Änderungen beschlossen werden – auch wenn noch immer untragbar ist, dass das ohne uns Schüler_innen passiert.“, so die Vorsitzende der Aktion kritischer Schüler_innen, Jasmin Chalendi.

Einerseits wird es Schulen ermöglicht, sich zu Clustern zusammenzuschließen. „Wir fordern diese Cluster schon länger, ihre Einführung ist ein wichtiger Schritt, um Kooperationen zu fördern und dadurch abwechslungsreicheren Unterricht zu garantieren“, begrüßt Chalendi die Neuerung. Vor allem durch die Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern und durch Initiativen von engagierten Lehrpersonen können von dem neuen Modell geförderte kreative und spannende Ideen in der Unterrichtsführung durchgesetzt werden. Chalendi mahnt aber auch zu Vorsicht: „Der neue Austausch und das Teilen von Ressourcen darf nicht zu einer versteckten Sparmaßnahme werden – es braucht mehr Bildungsinvestitionen!“

Eine autonome Auswahl der Pädagog_innen ist hingegen noch immer untragbar, so stellt Jasmin Chalendi fest: „Es muss vermieden werden, dass Schulen mit hohem Budget spezielle Anreize für Lehrpersonen schaffen können, die andere Schulen so nicht können.“

Es gibt einige Punkte, die sowohl Chancen, als auch Risiken beinhalten, so zum Beispiel die autonome Evaluation der Lehr- und Lernleistung. „Wir appellieren hier an die Politik, dass es Schülerinnen und Schülern ermöglicht wird, anonymes und ehrliches Feedback an ihre Lehrpersonen zu geben, nur dann kann die Lehre an der jeweiligen Schule auch wirklich sinnvoll verändert und verbessert werden“, fordert Jasmin Chalendi.

„Heute sind also wieder einmal Gesetze vom Bildungsministerium präsentiert worden, die nur in einzelnen Punkten wirklich zur Verbesserung unseres Schulsystems beitragen - wann werdet ihr euch endlich von uns 1,1 Millionen Schülerinnen und Schülern sagen lassen, was ihr tatsächlich am Bildungssystem verbessern müsst?“, wendet sich Chalendi abschließend an alle beteiligten Politiker_innen.

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