FSG-Katzian zur SV-Studie der WKO: Von „neu denken“ keine Spur – das ist ein Salto rückwärts ins 20. Jahrhundert!

Selbstbehalte für alle bringen keinen Lenkungseffekt, aber weniger Prävention

Wien (OTS) - „Unter dem Titel „Sozialversicherung jetzt neu denken“ wird versucht, altbekannte Positionen wieder einmal neu aufzuwärmen“, kommentiert Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB eine heute präsentierte Studie.++++  

Alles andere als neu sei beispielsweise die Forderung nach einem Selbstbehalt für alle, so Katzian weiter: „Abgesehen davon, dass die dadurch erzielbaren finanziellen Lenkungseffekte nicht nachzuweisen sind, wäre es ein Schlag ins Gesicht sozial Schwacher. Eine Studie der WGKK bestätigt die logische Schlussfolgerung, dass Personen mit niedrigem Einkommen notwendige Untersuchungen dann nicht mehr in Anspruch nehmen würden, was natürlich auch wichtige Vorsorge-Untersuchungen betreffen würde. Das kann doch niemand ernsthaft wollen.“ Abgesehen davon seien die Verwaltungskosten bei privaten Versicherten deutlich höher als jene im Sozialversicherungsbereich, so Katzian: „98 Prozent der Beitragseinnahmen fließen hier in die Leistungserbringung für die Versicherten.“ 

„Außerdem will die WKO mehr Einfluss der Dienstgeber und wieder einmal die Privatisierung der SV-Einrichtungen, was einer Enteignung der Versicheten gleichkommen würde. PatientInnen und Beschäftigte mit der Forderung nach Leistungskürzungen und Selbstbehalten zu verunsichern, das hat nichts mit einer neuen Denkweise zu tun“, so Katzian abschließend: „Es ist ganz alte Klientelpolitik, deren Realisierung unser Sozialversicherungssystem, um das wir weltweit beneidet werden, gefährden würde. Von „neu denken“ keine Spur, das ist ein Salto rückwärts ins 20. Jahrhundert!“  


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