„Universum History“ auf den Spuren des „Vampirs von Venedig“

Am 17. März um 22.45 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Seit Jahrhunderten ziehen sie die Menschen in ihren Bann: Vampire, Untote, Wiedergänger. Mythische Horrorgestalten, deren Herkunft im Dunkel der Geschichte liegt. Der Fall des „Vampirs von Venedig“, den Leslie Atkins für „Universum History“ am Freitag, dem 17. März 2017, um 22.45 Uhr in ORF 2 aufrollt, liefert eine schlüssige Erklärung für die Entstehung eines Phänomens, das wie kaum ein anderes die menschliche Fantasie beflügelt hat.

Die Spuren des „Vampirs von Venedig“ wurden vor wenigen Jahren von Medizinhistorikern in einem Massengrab von Pestopfern aus dem 16. Jahrhundert entdeckt. Es ist ein Fund, der sofort Rätsel aufgibt: ein menschlicher Schädel mit einem Stein im Mund. Nach zeitgenössischen Quellen wurden in Venedig Vampire bekämpft, indem man ihren Mund mit Steinen füllte, um so ihren Durst nach Blut zu stoppen. Ist das Zufall oder ein Hinweis auf den realen Hintergrund von Vampirlegenden? Mit Hilfe moderner Gerichtsmedizin macht sich der italienische Anthropologe Matteo Borrini an die Untersuchung der sterblichen Überreste.

Schauplatz der Spurensuche ist Venedig. Die Lagunenstadt war im 16. Jahrhundert eines der wichtigsten Handelszentren Europas und der Welt. Geschäftsleute aus fernen Ländern machten die Stadt zu einer pulsierenden Metropole. Im Jahre 1575 änderte sich das schlagartig – binnen weniger Monate starb rund ein Viertel der Stadtbevölkerung an den Folgen der Pest. Für die Menschen mit dem Wissensstand des 16. Jahrhunderts war das Massensterben vollkommen unerklärlich. Was hinter dem Schwarzen Tod steckte, blieb für sie mysteriös, auch weil die Opfer der Seuche nach ihrem Tod seltsame Anzeichen von Leben zeigten – Beschreibungen aus historischen Quellen lieferten wichtige Puzzlestücke für die Lösung dieses Historienkrimis um den Fall des „Vampirs von Venedig“.

Laut Borrini belegen mittelalterliche Texte, dass der Glaube an Vampire durch den verstörenden Anblick eines sich – durch Bakterien – zersetzenden Körpers entstanden ist. Während großer Pestepidemien wurden Massengräber immer wieder geöffnet, um die neuen Toten dort zu begraben. Dabei zeigten sich aufgeblähte Körper, aus deren Mündern Blut tropfte, durch ein unerklärliches Loch im Leichentuch, das ihr Gesicht bedeckte. „Das hing natürlich alles mit den Verwesungsprozessen zusammen“, sagt Borrini. „Aber die Menschen sahen nur eine dicke, tote Person voller Blut, mit einem Loch im Leichentuch. Also glaubten sie: Er lebt, er trinkt Blut und isst sein Leichentuch.“

Mit der Technik von CSI, kriminalistischen Recherchen, DNA-Analysen und anderen forensischen Methoden gelingt dem italienischen Wissenschafter in dieser „Universum History“-Dokumentation, bisher unerforschte Zusammenhänge zu erklären – jene zwischen den Symptomen von Toten aus den Massengräbern der Pestepidemie und dem Mythos von Untoten, Wiedergängern und Vampiren. Damit scheint ein Rätsel gelöst, das die Menschen über Jahrhunderte beschäftigt und geängstigt hat.

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