ÖGB begrüßt Ausweitung der Unterrichtszeit in Berufsschulen

Erfreut über den Gesetzesentwurf, der eine Aufstockung der Unterrichtszeit in Berufsschulen vorsieht, zeigen sich ÖGB-Präsident Erich Foglar und ÖGJ-Vorsitzender Sascha Ernszt

Wien (OTS/ÖGB) - Die schulische Ausbildungszeit von Lehrlingen variiert erheblich und ist oft zu kurz. Das beeinträchtigt die Qualität der gesamten Ausbildung. "Noch immer gibt es Lehrberufe, deren Unterrichtszeit in Deutsch und Englisch für die gesamte Ausbildungsdauer gerade einmal ein Viertel der vergleichbaren Unterrichtszeit einer dreijährigen BMS (Berufsbildende mittlere Schule, z. B. Handelsschule) ausmacht. Innungen und Fachverbände versuchen immer wieder Einheiten zu kürzen, damit die Lehrlinge möglichst wenig Zeit in der Berufsschule verbringen und mehr im Betrieb stehen. Um die notwendigen Kenntnisse für die Lehrabschlussprüfung zu erwerben, müssen immer mehr Lehrlinge in ihrer Freizeit teure Vorbereitungslehrgänge belegen. Eine Ausdehnung der Unterrichtszeit auf 1260 Stunden führt zu einer besseren, pädagogisch sinnvolleren Verteilung des Unterrichts und ermöglicht so auch bessere Lernergebnisse", ist Foglar überzeugt.

Anforderungen sind gestiegen

Sascha Ernszt: "Die Anforderungen an Lehrlinge sind stark gestiegen. Wer mehr Inhalt und Digitalisierung in der Lehre fordert, muss auch mehr Zeit dafür geben es zu lernen", so der ÖGJ-Vorsitzende.

Ernszt weist außerdem drauf hin, dass die Durchlässigkeit der dualen Ausbildung in Richtung höherer schulischer Abschlüsse deshalb so gering ist, weil die Bildungsangebote in der Berufsschule und in den Betrieben kaum vergleichbar sind. "Unternehmen erwarten von Lehrlingen immer mehr Kenntnisse und Fähigkeiten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen die Berufsschulen ausgebaut und modernisiert werden." 

Angebot muss ausgeweitet werden

Die ÖGJ fordert aber auch weiterhin die weitere Ausdehnung der Berufsschulzeit auf 1.680 Berufsschulstunden. Neben den bestehenden Pflichtfächern braucht es mehr Zeit für spezifische Inhalte und auch "Unterrichtsgegenstände wie Kommunikation, Politische Bildung, Zeitgeschichte und Kultur, Fremdsprachen sowie verstärkte Bewegungs- und Sportangebote", so Ernszt. 

Bildung ist lohnende Investition

In Sachen Finanzierbarkeit fügt er hinzu: "Die Arbeitgeber haben in den letzten Jahren eine beachtliche Höhe an Lehrstellenförderungen durchgesetzt. Es ist daher nicht einzusehen, wenn Unternehmer jetzt behaupten, Lehrlinge aus wirtschaftlichen Gründen nicht länger in die Berufsschule lassen zu können. Gerade in den Berufsschulbereich muss massiv investiert werden. Geld, das direkt in eine bessere Ausbildung der Jugendlichen fließt, ist immer gut angelegt. Die Vorzeige-Berufsschule in der Embelgasse zeigt vor wie es geht."

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