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TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 12. März 2017 von Peter Nindler "Reform oder rien ne va plus in Rot"
Die Innsbrucker Genossen haben jahrelang die Erneuerung blockiert und sind zu einer Retro-Partei geschrumpft. Die Erneuerung ist schwer, die Partei schreckt Reformer ab.
Utl.: Die Innsbrucker Genossen haben jahrelang die Erneuerung
blockiert und sind zu einer Retro-Partei geschrumpft. Die
Erneuerung ist schwer, die Partei schreckt Reformer ab. =
Innsbruck (OTS) - Aufbruchsstimmung? Fehlanzeige! Lebhafte Debatten?
Nicht vorhanden! Neue Gesichter? Am Parteitag nicht gesichtet! Die
Innsbrucker SPÖ ist am Tiefpunkt angelangt. Weil sie sich in
Geiselhaft von unterschiedlichen Gruppen und Grüppchen befindet: von
Linken, Frauen, altgedienten Gewerkschaftern, Jungen, selbstgerechten
Politfunktionären, und, und, und ... Jeder zieht in eine andere
Richtung, auf der Strecke bleibt die Partei.
Viele wurden daraus vertrieben wie Ex-Stadtrat Walter Peer. Manche
werden nach wie vor abgeschreckt. Dazu zählt aber sicher nicht LA
Thomas Pupp. Denn sein Engagement für die (Innsbrucker) SPÖ war stets
überschaubar. So gesehen müssen sich die Funktionäre bei
Stadtparteichef Helmut Buchacher sogar bedanken, dass er jetzt die
Erneuerung in Angriff nimmt. Im Wissen, dass er kein Strahlemann und
noch Teil des alten Systems ist.
Landesparteichefin Elisabeth Blanik muss es derweilen so hinnehmen,
wie es ist. Andererseits ist es ihr – ohne große Auseinandersetzungen
– gelungen, in den Bezirken personelle Erneuerungen durchzuziehen.
Auch in Innsbruck mit ihrem Landtagskandidaten Philip Wohlgemuth
(30). Wobei es leichter ist, hinter der erfolgreichen Lienzer
Bürgermeisterin wahlzukämpfen, als sich in Innsbruck mit Christine
Oppitz-Plörer an der Wahlurne zu matchen.
Vielleicht zaubern Blanik und Buchacher in der Landeshauptstadt noch
Überraschungen aus dem Hut. Denn die SPÖ-Chefin braucht eine stabile
Innsbrucker SPÖ für ein gutes Landtagswahlergebnis. Und will die SPÖ
auch nach 2018 in der Stadtpolitik eine Rolle spielen, muss sie
deutlich zweistellig bleiben und sich aus der Geiselhaft von
Einzelinteressen befreien. Deshalb benötigt es neue Gesichter,
lebhafte Debatten und Aufbruchsstimmung.
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