Walser/Wirnsberger: NS-Überreste beim Murkraftwerksbau sind zu untersuchen

Grüne erwarten von Bürgermeister Nagl einen pietätvollen Umgang mit historischen Funden

Wien (OTS) - „Ich bin sehr irritiert über den derzeitigen Umgang der Stadt Graz mit den aus der NS-Zeit stammenden Funden, die nun im Zuge des Murkraftwerksbaus freigelegt wurden. Die Bauarbeiten sind sofort zu unterbrechen, um Untersuchungen, wie sie bei solchen Funden üblich sind, zu ermöglichen“, reagiert Harald Walser, vergangenheitspolitischer Sprecher der Grünen, auf die Meldungen, wonach trotz Freilegung von Überresten eines ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers in Graz die Bauarbeiten fortgeführt werden.

Dem schließt sich Tina Wirnsberger von den Grazer Grünen an: „Die Stadt Graz muss hier in besonders sensibler Weise vorgehen und die betreffenden Stellen für Untersuchungen freigeben. Immerhin ist es sehr gut möglich, dass sich an der Baustelle auch Überreste von Opfern finden. Hier unbeeindruckt die Bagger drüberfahren zu lassen und Leitungen zu verlegen, ist für mich aus Gründen der Pietät völlig unangebracht.“

Sehr befremdlich finden Wirnsberger und Walser, dass die Stadt Graz vorher die örtlichen Gegebenheiten nicht geprüft hat, denn aus Forschungen geht klar hervor, dass sich an der Baustelle früher Teile des NS-Zwangsarbeiterlagers befunden haben. Die beiden Grünen verweisen in diesem Zusammenhang besonders auf die Stellungnahme von zahlreichen renommierten Grazer HistorikerInnen, die die Unterbrechung der Bauarbeiten verlangen. „Dem können wir nur zustimmen. Wir fordern daher Bürgermeister Siegfried Nagl auf, ExpertInnen sofort mit der Untersuchung der betroffenen Baustellenbereiche zu beauftragen und auch gleich zu überlegen, wie mit den Funden auf eine angemessene Weise umzugehen ist.“

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
+43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0006