Sima: Wiens Anti-Feinstaubmaßnahmen erfolgreich

Feinstaubbelastung seit 2000 um 26,9 % gesunken – EU-Grenzwerte 5. Jahr in Folge eingehalten!

Wien (OTS) - Um fast 27 % ist die Feinstaubbelastung in Wien seit dem Jahr 2000 gesunken, im Verkehrssektor sogar um 42 %. „Unsere zahlreichen Anti-Feinstaubmaßnahmen greifen, wir setzen bereits das 3. Paket in allen Verursachergruppen um und werden auch künftig konsequent weiter arbeiten“, erläutert Umweltstadträtin Ulli Sima im heutigen Landtag. Letztes Jahr hat Wien das 5. Mal in Folge den EU-Grenzwert eingehalten. Laut EU darf an maximal 35 Tagen der Feinstaubwert über 50 µg/m³ überschritten werden. In Wien es gab es  5 Jahre lang keine Überschreitung dieser gesetzlichen Vorgaben. „Wir beschäftigen uns mit dem so zentralen Thema seit vielen, vielen Jahren. Es eignet sich nicht für populistische Vorstöße, sondern bedarf ernsthafter faktenbasierter Auseinandersetzung“, so Sima. 

Umfassende Maßnahmen in allen Verursachergruppen

Wien setzt seit vielen Jahren Maßnahmen, die die Luftgüte entscheidend verbessern. Eine der wesentlichen Maßnahmen war die Umstellung des Winterdiensts auf moderne Feuchtsalz- und Soletechnologe. Damit einher geht die massive Reduktion des Streusplitts auf Wiens Straßen. Zum Vergleich: Im Winter 1995  wurden mehr als 133.500 Tonnen Splitt eingesetzt, im sehr starken Winter 2012/2013 nur noch 1.165 Tonnen und letztes Jahr nur noch 104 Tonnen. Auch Reifen-Abrieb und Wiederaufwirbelung, die  entscheidender als die Verkehrs-Emissionen zur Feinstaubbelastung beitragen, sind durch diese Maßnahme enorm zurückgegangen. Der öffentliche Verkehr wird ständig ausgebaut, die Parkraumbewirtschaftung wurde eingeführt, für Baumaschinen wurde Partikelpflicht eingeführt. Fernwärme und Erneuerbare Energien tragen ebenfalls zur Reduktion des Feinstaubs bei. In Wien wird zu  96 % mit staubarmen  Energieträgern geheizt, der Hausbrand, der anderen Städten wie Graz zu schaffen macht, ist in Wien kein Thema. 

¾ des Feinstaubs kommen durch Ferneintrag nach Wien

Faktum ist, dass nur ein Viertel des Wiener Feinstaubs ist hausgemacht ist. Drei Viertel kommen durch Ferneintrag nach Wien, wie die sogenannte  Aquella-Studie der TU-Wien belegt. Sie beruht auf aufwändigen Labor-Analysen und besagt, dass rund 75 % der in Wien gemessenen Feinstaubpartikel an Tagen mit Konzentrationswerten über 45 µg/m³ ihren Ursprung nicht in Wien haben!

Der geringe lokale Anteil an den PM10-Konzentrationen kann eindrucksvoll anhand eines Vergleichs der aktuellen Messdaten der letzten Wochen einer hochbelasteten Wiener Messstelle wie der Taborstraße und einer von lokalen Einflüssen weitgehend unbeeinflussten Hintergrundmessstelle wie in Illmitz im Burgenland belegt werden. Im idyllischen Vogelparadies ohne jegliche Verkehrsbelastung gab es annähernd so viele Überschreitungstage wie an der belasteten Messstelle in Wien und belegt, dass die Belastung durch Ferneintrag entstand. „Das sind keine Ausreden, sondern Fakten, an denen wir uns orientieren. Wir bekämpfen den hausgemachten Feinstaub auf allen Ebenen – und das sehr erfolgreich“, so Sima. Sie plädiert anlässlich der aktuellen Debatten für eine Versachlichung der Diskussion und betont, dass man neue Maßnahmen nur bei Überschreitungen des Grenzwerts verordnen kann, was in Wien seit 5 Jahren in Folge nicht der Fall ist. Angemerkt hat Sima in diesen Zusammenhang auch, dass Diesel-Fahrzeuge mit Partikelfiltern ab EURO 4-Klassen weniger Emissionen verursachen als Benzin betriebene Fahrzeuge. Sima wies in ihren Ausführungen auch auf den „betrüblichen Fixpunkt“ im Feinstaub-Kalender hin: es ist jedes Jahr der 1. Jänner – an dem es aufgrund von Feuerwerken und Knallereien enorm hohe Feinstaubwerte gibt.

Wien informiert stündlich über Luftgüte

Die Stadt Wien informiert über die gesetzliche Vorgabe hinaus ausführlich über die aktuelle Luftschadstoffbelastung. Die Messwerte des 17 Messstationen umfassenden Wiener Luftmessnetzes sind stündlich aktualisiert auf der Homepage https://www.wien.gv.at/ma22-lgb/luftgi.htm abrufbar.

Gemäß IG-L-Messkonzeptverordnung ist über die Messdaten von PM10 ein Monatsbericht und einen Jahresbericht zu veröffentlichen. Nach dem IG-L ist die Überschreitung eines Immissionsgrenzwertes im Monatsbericht oder im Jahresbericht auszuweisen.

Neben der stündlich aktualisierten Werte im Internet  sind die Werte ebenfalls stündlich aktualisiert über die Teletextseiten 621 und 622 sowie telefonisch über die Telefonnummer +43 1 4000-8820 verfügbar. Darüber hinaus werden die aktuellen Daten z.B. auf den Seiten des Umweltbundesamts dargestellt.

Rückfragen & Kontakt:

Anita Voraberger
Mediensprecherin StRin Ulli Sima
Mobil: 0664 16 58 655
E-Mail: anita.voraberger@wien.gv.at

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