AK kritisiert: Das Land lässt Bundeszuschüsse für Kinderbetreuung liegen und investiert nicht in längere Öffnungszeiten

Linz (OTS) - Das Thema Kinderbetreuung betrifft nach wie vor Frauen in besonderem Ausmaß. Grund genug für die Arbeiterkammer, angesichts des bevorstehenden Weltfrauentages den Ausbau der Kinderbetreuung kritisch unter die Lupe zu nehmen. Ergebnis: 2015 hat das Land Oberösterreich nur knapp drei Viertel der dafür zur Verfügung stehenden Bundesmittel ausgeschöpft. Überdurchschnittlich viel Geld ist in Bereiche geflossen, die wenig mit der Schaffung zusätzlicher Plätze und gar nichts mit der dringend notwendigen Ausweitung der Öffnungszeiten zu tun haben. „Bei vollzeittauglichen Betreuungsplätzen ist Oberösterreich immer noch Nachzügler“, kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht und fällt mit einem gut ausgebauten Netz an institutionellen Betreuungseinrichtungen. Im Bundesländervergleich schneidet Oberösterreich hier sehr schlecht ab. Was vollzeitkompatible Betreuung für Unter-Dreijährige betrifft, liegt unser Bundesland auf dem letzten Platz, bei den Drei- bis Sechsjährigen an vorletzter Stelle.

Der Bund stellt Gelder für den Ausbau der Kinderbetreuung zur Verfügung – im Zeitraum von 2014 bis 2017 immerhin 305 Millionen Euro. Das Geld fließt nur, wenn die Länder kofinanzieren, also einen Teil der Investitionen selbst bezahlen. Positiv fällt auf, dass das Land Oberösterreich 2015 deutlich mehr Geld abgeholt hat als 2014. Es waren dennoch nicht einmal drei Viertel der zur Verfügung stehenden Mittel, die beantragt wurden. Inklusive eines Überhangs aus dem Jahr 2014 wären insgesamt fast 34 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Fast neun Millionen blieben ungenutzt.

Und auch die Verwendung der Mittel sieht die Arbeiterkammer kritisch:
Die Bandbreite ist groß, primär sollen die Finanzmittel aber in den Ausbau der Kinderbetreuung bei den Unter-Dreijährigen und besonders in die Ausweitung der Öffnungszeiten fließen. In Oberösterreich ist überdurchschnittlich viel Geld in Barrierefreiheit und räumliche Qualitätsverbesserung geflossen. „Das ist natürlich auch wichtig, bringt aber zu wenig zusätzliche Plätze. Und die Ausweitung der unzureichenden Öffnungszeiten ist offenbar überhaupt kein Thema“, sagt AK-Präsident Kalliauer. Das legt die Vermutung nahe, dass sich am Betreuungsdilemma berufstätiger Eltern und hier wieder besonders der Frauen in den nächsten Jahren wenig ändern wird.

Die Arbeiterkammer fordert deshalb von der Landesregierung
- den Ausbau der institutionellen Kinderbetreuung durch die Schaffung zusätzlicher Plätze vor allem bei den Unter-Dreijährigen, aber auch bei den Drei- bis Sechsjährigen;
- Investitionen in längere Öffnungszeiten und
- eine Qualitätsoffensive durch bessere Betreuungsschlüssel (= mehr Personal), die Aufwertung des Berufsbilds der Pädagogen/-innen und eine verpflichtende Kooperation an der Schnittstelle Kindergarten-Schule.

„Der Ausbau der institutionellen Kinderbetreuung bringt nicht nur eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Eltern sowie bessere Bildungschancen für die Kinder, sondern auch Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze – eine echte Win-Win-Situation“, ist AK-Präsident Kalliauer überzeugt.

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