Weidenholzer: Wir müssen 10.000 vermisste Flüchtlingskinder finden

Europol soll mit Sonderbeauftragtem Mitgliedstaaten bei Suche unterstützen

Wien (OTS/SK) - „Wir vergessen viel zu oft, dass hinter der abstrakten Flüchtlingsdebatte Menschen und persönliche Schicksale stehen. Laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF ist fast jeder zweite Flüchtling weltweit ein Kind. Auch der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die alleine in die EU kommen, ist hoch. Ihre Flucht ist besonders gefährlich. Viele gehen auf der beschwerlichen Reise verloren oder werden bewusst durch Schlepper von ihren Eltern getrennt. Sie sind häufig körperlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt“, sagt Josef Weidenholzer, Mitglied im Innenausschuss des Europäischen Parlaments. Die europäische Polizeiagentur Europol gibt an, dass mindestens 10.000 unbegleitete Flüchtlingskinder nach ihrer Ankunft in Europa verschwunden sind. Es gibt keine offiziellen Daten, wo diese Kinder sind. Aber es wird vermutet, dass viele von ihnen Opfer von Menschenhandel wurden. ****

„Es ist inakzeptabel, dass Kinder in Europa verschwinden. Wir dürfen nicht zulassen, dass die ohnehin Schwächsten der Gesellschaft Opfer von Ausbeutung, Zwangsprostitution und Kriminalität werden. Diese 10.000 Flüchtlingskinder sind noch in Europa - und seit über einem Jahr verschwunden. Es ist nicht so, dass wir nichts tun können. Wir brauchen eine koordinierte europäische Strategie, um diese Kinder zu finden. Alle Mitgliedstaaten müssen ihren Beitrag leisten. Die nationalen Behörden sollen von Europol unterstützt werden, die Kinder zu finden. Die Kooperation zwischen den nationalen Strafverfolgungsbehörden muss besser funktionieren“, so Weidenholzer, Mitglied im Innenausschuss. Er fordert innerhalb von Europol einen Sonderbeauftragten für vermisste Kinder, der als Anlaufstelle für die nationalen Behörden dient und europaweite Aktivitäten koordiniert.

Neben einer koordinierten Suchaktion braucht es aber auch Maßnahmen, damit Flüchtlingskinder in Zukunft besser geschützt sind. „In den Flüchtlingscamps gibt es viele unbegleitete Minderjährige. Lange Verfahren, fehlende Ausbildungsplätze und fehlende Perspektiven bringen viele in ihrer Verzweiflung dazu, sich alleine auf die Suche nach ihren Familien in andere Länder zu begeben. Wir müssen die Situation in den Flüchtlingscamps verbessern. Auch Sonderprogramme im Rahmen des Umverteilungsprogramms für Flüchtlinge sind eine Möglichkeit, sie besser zu schützen. Erst 205 unbegleitete Minderjährige aus Griechenland und Italien sind in der EU verteilt worden - viel zu wenige und viel zu langsam“, schließt Weidenholzer. (Schluss) bj

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0002