Rotes Kreuz: Hunger-Krise in Afrika spitzt sich zu

In mehreren Ländern werden die Lebensmittel knapp und Millionen von Menschen sind auf Hilfe angewiesen. In Südsudan und Jemen ist die Lage besonders dramatisch.

Wien (OTS) - Dürren und Wassermangel, Konflikte und kriselnde Wirtschaften: In mehreren Ländern Afrikas ist die Lebensgrundlage von Millionen Menschen gefährdet. Nun drohen große Hungersnöte. In Südsudan, Somalia, Jemen und dem Nordosten Nigerias herrscht akuter Mangel an Nahrungsmitteln. In Kenia hat sich die Zahl der Menschen ohne Zugang zu ausreichend Nahrung von 1,3 auf 2,7 Millionen verdoppelt. Auch in Äthiopien gab es zu wenig Niederschlag: Vieh ist verendet und Ernten fielen aus. Das hat die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben.

„Wir dürfen unsere Augen vor der drohenden Katastrophe nicht verschließen“, sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. „Um das schlimmste abzuwenden werden dringend Wasser, Nahrungsmittel und Medikamente benötigt. Die Rotkreuz-Bewegung ist in allen Ländern aktiv, verteilt Hilfsgüter und unterstützt die Menschen dabei, gesund zu bleiben und ihnen Perspektiven im eigenen Land zu geben.“ Weltweit steigt der Bedarf an humanitärer Hilfe drastisch an. Experten schätzen, dass 2017 rund 70 Millionen Menschen in 45 Ländern Lebensmittelhilfe benötigen werden.

In Jemen reichen die Nahrungsmittel noch für zwei bis vier Monate. Besonders angespannt ist die Lage der 500.000 Einwohner der Hafenstadt Hodeida. Im Südsudan tobt seit 2013 zusätzlich ein Bürgerkrieg. Straßen wurden zerstört und Transporte sind gefährlich. Durch seine Neutralität hat das Rote Kreuz trotzdem Zugang zu betroffenen Regionen, wo es mehr als drei Millionen Menschen an Nahrung fehlt. „Das Problem ist, dass kaum noch etwas produziert wird“, erzählt Bernhard Helmberger, Delegierter des Österreichischen Roten Kreuzes in Südsudan und Kenia. Man hilft daher wo es trotz des Krieges möglich ist, auch den lokalen Bauern und Fischern bei der Produktion.

Helmberger leitet ein Projekt in der nördlichen Bahr El Gazhal Region, das mit Freiwilligen des Südsudanesischen Roten Kreuzes mehreren Gemeinden bei der Wasserversorgung hilft. Die Unterstützung umfasst auch Schulungen und Hygienemaßnahmen, um etwa die Ausweitung der Cholera zu verhindern. In der Stadt Torit und im Nachbarland Uganda, wo insgesamt bereits 700.000 Flüchtlinge aus dem Südsudan eingetroffen sind, stehen zudem große Wasseraufbereitungsanlagen aus Österreich im Einsatz. „In der Krise sind es oft Kinder, die mit großen Kanistern losgeschickt werden, um Wasser zu holen“, sagt Helmberger. „Das zu sehen tut weh. Trotz der schlimmen Lage ist es aber motivierend, wenn man Menschen konkret helfen kann.“

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